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08.02.2026
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Donnerwetter! Das macht doch mal einen ganz anderen Eindruck als die zweifarbige Variante dieser Ansichtskarte!
Mag sein, daß die Colorierung im Detail (Dachziegel!) etwas unrealistisch ist, aber dennoch ziehe ich das farbige Stück, das ich unlängst erwerben konnte, in jedem Fall vor. Ich hätte übrigens nicht damit gerechnet, daß es eine solche Version einst gab und war also außerordentlich überrascht.
Die zweifarbige Variante dagegen ist gut bekannt und offensichtlich auch nicht soooo selten wenn ich in Betracht ziehe, wie viele Exemplare ich davon in den ganzen Jahren schon gesehen habe. Ich glaube, es wird derzeit sogar ein Stück irgendwo im Internet zum Kauf angeboten.

Zu dem abgebildeten Senftenberger Krankenhaus wurde schon viel geschrieben. Sicher gäbe es noch das eine oder andere Berichtenswerte, doch vielleicht zeitlich nicht unbedingt zu dem Ansichtskartenmotiv passend. Wie kriege ich nun einen Bezug zu etwas geschichtlich Interessantem hin? Vielleicht sogar mit "Chronik-Geruch"?

Ich versuche es einmal damit:

In den Vormittagsstunden des 13. April 1924, 450 Meter nach Passieren dieser Stelle, verunglückte Wagen No. 23 und musste vorzeitig das Rennen beenden. Informationen über Verletzte in diesem Zusammenhang und ob diese ggf. im nahe gelegenen Knappschafts-Krankenhaus versorgt wurden, liegen der Redaktion nicht vor.

Rennen? Welches Rennen? Lesen, oder besser sehen, Sie selbst:

Senftenberg
Verlag Robert Lehmann,
Senftenberg
452
Aufnahme <= 1930
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg
Na da habe ich doch mal wieder sprichwörtlich "die Kurve gekriegt", oder?

Übrigens, bei meinen Recherchen zu den Filmaufnahmen entdeckte ich, daß der Streifen zwischenzeitlich einen sorbisch-/wendischen Anstrich erhalten hat. Er wird in der Filmografie einer Arbeit, die sich grundsätzlich mit dem "Sorbischen Film" auseinandersetzt, aufgeführt. Mit falscher Lauflänge, falschem Produktionsjahr und überhaupt gänzlich verkehrt. Offenbar hat der Verfasser den Film nie gesehen, sonst hätte er den Streifen bestimmt nicht gelistet. Von der Darstellung sorbischen Lebens kann in den gut 12 Minuten keine Rede sein.

Nur 5 Tage nach dem Rennsonntag, am 18. April 1924, lief der Film schon im Rahmenprogramm des Senftenberger "Passage-Theaters". Eine Woche darauf auch im Ruhländer "Lichtspiel-Haus".