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Wäre ich am letzten Wochenende im Lande gewesen, hätte ich mich mit Sicherheit unter die "hunderte Gäste" gemischt, die am 5. und 6. September
den Vierseitenhof der Familie Lucas in Großkoschen besuchten. Auch wenn ich die private Ausstellung zur Großkoschener Geschichte so oder so ähnlich
in der Vergangenheit schon zweimal (1 x im Saal des Dorfkrugs und 1 x in der Kirche) in Augenschein genommen hatte. Doch meine urlaubsbedingte Abwesenheit
verunmöglichte, mich darüber zu informieren, ob neues, für mich interessantes, Material hinzugekommen ist und/oder mit dem einen oder anderen bzw.
dem Großkoschener Heimatsammler Hans-Jürgen Lucas ins Gespräch zu kommen. So bleibt mir nur die journalistische Rückschau in der "Lausitzer Rundschau", die
sich im Wesentlichen um die Frage dreht, was mit dieser voluminösen Sammlung zukünftig geschehen soll. Schmunzeln musste ich über die Passage "Mit dem Vorschlag,
die Ortschronik dem Senftenberger Stadtarchiv zu übergeben, kann sich Hans-Jürgen Lucas indes nicht wirklich anfreunden. Da würden sie in irgendeinem Regal verschwinden. „Ich möchte aber, dass die Leute die Tafeln anschauen können. Am besten gleich vor Ort.“"
Ja, das haben Archive so an sich! Zumindest das Senftenberger. Es gibt natürlich auch andere Beispiele, in denen ein Archiv gleichzeitig als eine Art Museum fungiert
oder zumindest eng mit einem solchen zusammenarbeitet und wechselnde Ausstellungen unter Einbeziehung des Archivgutes durchführt. Wie gesagt: in Senftenberg eher nicht.
Und selbst wenn, wäre Großkoschen ja nur ein Teil, des über die Jahre angeschwollenen Territoriums der Stadt und müsste sich demzufolge da irgendwie einordnen. Im nachfolgenden Fall hatte ich Glück. Erstens, daß mir in einem Papierstapel eine Fotokopie überhaupt ins Auge stach und zweitens: daß in einer Akte tatsächlich die entsprechende Vorlage zu finden war. Zu allem Überfluß hat das Stück da eigentlich nichts verloren, sondern diente wohl in den 1950er Jahren als "Schmierzettel". Die handschriftlichen Notizen auf der Rückseite versuchte ich gar nicht erst zu entziffern denn die Vorderseite war - und ist - für mich sehr viel interessanter... |
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Wie stylish ist denn das bitteschön? Was wir hier haben, ist ein
Briefkopf, wie er (wahrscheinlich) in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre
durch das Städtische Verkehrsamt Senftenbergs verwendet wurde. Da wurde
ja alles was darauf schriftlich fixiert wurde zu purem Beiwerk degradiert.
Der Kopf nimmt ein Viertel der Seite ein und wirkt durch die beiden Abbildungen
extrem wertig. Die verwendete Typographie weckt bei mir Erinnerungen an ein Werbeprospekt des Verkehrsamtes, welches ich vor fünfeinhalb Jahren hier vorstellte und das sich auf das Jahr 1938 fixieren lässt. Darin enthalten sind auch die beiden Abbildungen vom Schloß und dem Bagger der Pfännerschaft. Thematisch beschäftigte ich mich damals mit den Werbemaßnahmen Senftenbergs auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs. Der heutige Briefkopf stellt somit eine schöne Ergänzung dar und würde mit Sicherheit Eingang in die von mir ins Auge gefasste Chronik "Senftenberg in den 1930er Jahren" finden. Wenn es dann mal so weit ist. ![]()
Während wir hier wenig Zweifel haben, worum es sich handelt, sieht das bei
dem zweiten Stück für heute schon etwas anders aus... |
Albert Heine, Cottbus
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Ich fand das Exemplar, das für mein Dafürhalten ursprünglich Teil von etwas Größerem war,
im Archiv der Stadt Cottbus. Die Gestaltung weist Parallelen zu unserem Briefkopf
auf und die verwendete Fotografie tauchte ebenfalls in dem bereits erwähnten Werbeprospekt
auf. Ob das Ganze ebenfalls etwas mit dem Fremdenverkehr zu tun hatte ist fraglich.
Sicher ist nur, daß die papierne Grundlage im Vergleich zu dem Briefkopf stärker ist. Die Verwendung der eigentlich aussagearmen Ansicht eines Tagebaus zwischen Senftenberg und Senftenberg 2, die ihrerseits aber sogar den Senftenberg-Eintrag im "Reichshandbuch der deutschen Fremdenverkehrs-Orte" (1938) illustrierte, nährt den Verdacht, daß das Ganze irgendetwas mit der touristischen Vermarktung Senftenbergs, die ihrerseits stark auf die hier vorhandenen Industriezweige und weniger auf landschaftliche Aspekte abstellte, zu tun hatte. Gewißheit könnte man bei Auftauchen desjenigen Stückes erlangen, aus dem der rechts abgebildete Teil ausgeschnitten wurde.
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Aufnahme <= 1938
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