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Druckversion |
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Zeichnung vom Anfang der 1930er.
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Phot. u. Verlag Wilhelm Brückner,
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Leider ist dem Haus im Laufe der Jahre sein schönes Türmchen abhanden gekommen doch die Villa an sich macht immer noch etwas her.
Laut "Klingelschild" teilen sich aktuell mehrere Parteien die Räumlichkeiten.
Eine Zeitarbeitsfirma, eine Software-Bude, der Lausitzer Unternehmer Centrum e.V.
und eine Unterabteilung des Amtsgerichts, namentlich die "Sozialen Dienste der Justiz",
sind Stand heute über das Haus verteilt.
Ohnehin sind wechselnde Nutzungen quasi ein Markenzeichen dieses Gebäudes. Die Liste ist
sehr viel länger als die Liste der unterschiedlichen Adressen. In letzterer finden wir Angaben
wie Ostpromenade, Adolf-Hitler-Promenade, J.W. Stalin-Straße und nun halt
Steindamm.
Ausgangs des 19. Jahrhunderts wurde die Villa als Wohnsitz der Familie Schöppenthau errichtet. So sehr viel Informationen findet man zu dieser Familie nicht. Der folgende Zeitungsbericht, gedruckt anläßlich der Adelung zweier Familienmitglieder gibt einen kleinen Einblick in die Historie der Schöppenthaus, die sich fortan von Schöppenthau nennen durften...
"Die Presse" (28. März 1912)
Wobei bis zum Jahr 1910 - konkret Ostern - derzeit keine belastbaren Angaben darüber vorliegen, wie und von wem das Haus nach dem Abzug der Schöppenthaus genutzt wurde.
Im Frühjahr 1910 kam dann sprichwörtlich "Leben in die Bude". Ein gewisser Oskar Kubsch hatte die
Immobilie erworben und etablierte darin ein Weinrestaurant und Cafe unter dem wohlklingenden Namen
"Sanssouci". Dieses Etablissement bildete fortan eine feste Größe im gastronomischen und später auch
künstlerischen Leben Senftenbergs denn die unterschiedlichsten Künstler boten ständig wechselnd
ihr Repertoire im "Sanssouci" dar. Auch als das Lokal - wahrscheinlich in einem Anflug von Patriotismus - Ende 1917
in "Kaffee Vaterland" umbenannt wurde, riss die Bedeutung des Hauses für das erlebnishungrige Publikum der Stadt nicht ab. Und
dies trotz zahlreicher Konkurrenz.
Verlag: Ernst Konczak,
Senftenberg N.-L.
Aufnahme <= 1906
Sammlung Matthias Gleisner
Nach Ostern 1931 und damit nach sage und schreibe 21 Jahren Dauerpräsenz
unter ein und derselben Führung ging die Ära Sanssouci/Vaterland dem Ende
entgegen.
Die Geschäftsaufgabe erfolgte dabei wahrscheinlich nicht ganz freiwillig. Im August
1931 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, im Dezember desselben Jahres erlosch
die Firma Oskar Kubsch.
Wann besagte Nutzung endete ist unklar. Norbert Jurk berichtete im Zusammenhang mit der späteren Verwendung der Immobilie als Hilfsschule von
einer vorherigen Einquartierung der Sowjetischen Kreiskommandantur. Nach seinen Informationen bezog die Senftenberger Hilfsschule im Jahr 1957
das Haus, das mittlerweile die Hausnummer 4 anstelle der früheren 6 erhalten hatte. Dieses 1957 kollidiert mit einer abweichenden Jahresangabe,
nämlich einem Januar 1959, die Hans Lange in seiner Senftenberg-Chronik für den Einzug der Hilfsschule angibt. Wem kann man nun glauben? Hans Lange,
dem wir das vierte und letzte Foto für heute verdanken, lieferte in diesem Kontext anderweitig nachweislich ungenaue Zeitangaben, so daß ich ihn als verlässliche Quelle
ein wenig anzweifele.