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Also ich weiß ja nicht, wie es anderen geht, aber ich kann nach den eher drögen Aufnahmen der Vorwoche mal wieder so richtige Ansichtskartenromatik
vertragen. Und deshalb praktiziere ich das einfach mal mit Produktionen, die um das Jahr 1908 von einem meiner favorisierten Ansichtskartenverlage auf den Markt
geworfen wurden. Dabei handelt es sich konkret um den Magdeburger Verlag Reinicke & Rubin, der in der Hochzeit der Ansichtskarte massenhaft Produktionen auf den Markt warf. Nicht nur von Senftenberg, sondern von überall. Die Produkte zeichnen sich durch eine sehr gute Qualität aus und ragen durch die Verwendung selten verwendeter Ansichten aus der breiten Masse heraus. Zumindest gilt dies für den von mir betrachteten Aktionsradius. Da sämtliche Produktionen des Verlags durchnummeriert wurden - egal welchen Ort sie gerade zeigen - muß ich leider zu dem Schluß kommen, daß mittlerweile alle Ansichtskarten mit Senftenberg-Bezug vorliegen. Wir verfügen aktuell über 7 Motive, die die Nummern 28069 bis 28075 lückenlos abdecken. Irgendwie habe ich wenig Hoffnung, daß da vielleicht noch eine 28068 oder 28076 mit Bezug zu meinem Sammelgebiet existierte. ![]() In aller Regel erschien von ein und demselben Motiv sowohl eine zwei- als auch eine mehrfarbige Variante. Dabei erhielten beide Versionen dieselbe Seriennummer. Heute möchte ich in drei Fällen die jeweils "andere" Ausfertigung vorstellen. Da die Motive bekannt sind, ohne großen inhaltlichen Unterbau. Einfach nur mal so zur Vervollständigung der digitalen Ablage... |
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Übrigens (und aus der Abteilung "Unnützes Wissen"): die Firma Reinicke & Rubin wurde 1898 zum Zwecke des "Handels mit Kunstgegenständen" gegründet. Darunter fiel offenbar
auch der Vertrieb von "Postkarten mit Ansichten" denn bereits im Gründungsjahr suchte man per Inserat einen tüchtigen Handlungsreisenden für
dieses Geschäftsfeld (siehe rechts). Initiale Gesellschafter waren Katherine Reinicke (eine geborene Rubin) und Heinrich Rubin, beide in Magdeburg ansässig. 1899 starb Katherine Reinicke, doch ihr Namensanteil in der Firmenbezeichnung blieb erhalten. In ihrem Sterbejahr stand Frau Reinicke noch einmal vor Gericht: Das "Leipziger Tageblatt und Anzeiger" berichtete in seiner Ausgabe vom 3. Oktober 1899: |
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Das Landgericht Magdeburg hat am 5. April den Kaufmann Heinrich Rubin und die Witwe Katharine Reinicke, Inhaber der Firma Reinicke & Rubin, von der Anklage des Vergehens gegen das Gesetz, betr. den Schutz der Photographien, freigesprochen. Der Kunsthändler Williams hat eine Photographie des Denkmals auf dem Kyffhäuser für 1,50 M in den Handel gebracht, die durch Aufdruck der Jahreszahl gegen Nachbildung geschützt ist. Die Angeklagten kauften eine solche Photographie und stellten danach 5000 Ansichtspostkarten her, die sie in den Handel brachten. Das Landgericht hat sie, wie erwähnt, freigesprochen, und zwar unter Bezugnahme auf ein Urtheil des Reichsgerichts, wonach derartige Postkarten, wenn sie überhaupt dem Zwecke einer Postkarte dienen können, als Werk der Industrie anzusehen sind, woraus folgt, daß auf die an denselben angebrachten Abbildungen das Nachbildungsgesetz seine Anwendung findet. Bezüglich dieser juristischen Entscheidung könnte man direkt einmal weitere Nachforschungen anstellen, da es ja in gewisser Weise mein "Metier" - wenn auch nur periphär und zu früheren Zeiten - tangiert.![]() Über die nächsten Jahre gab es mehrere Änderungen in der Führung des Unternehmens. Ein zwischenzeitliches Insolvenzverfahren im Jahr 1900 war scheinbar nur eine kurze Episode. Durch einen Vergleich konnte der Konkurs abgewendet werden und spätesten 1901 ging es fröhlich weiter: mit Emma Rubin, der Ehefrau von Heinrich, als frischgebackene Prokuristin der Firma.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts startete man unmittelbar in die bereits erwähnte "Hochzeit der Ansichtskarte" und der Verlag warf
große Mengen an Ansichtskarten auf den Markt. |
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