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Der stärkste aller vaterländischen Verbände in Grube Marga ist zurzeit der Kriegerverein "Marga" mit seinen 219 Mitgliedern. Er steht somit in der Zahl mit an führender Stelle im Kreiskriegerverband Calau (N.L.). 56 Kameraden gründeten am 15. Oktober 1911 den Kriegerverein. Der geschäftsführende Vorstand bestand damals aus den Herren Winkelmann, Böhme, Bunge. Bis zum Ausbruch des Krieges stieg die Zahl der Mitglieder auf 118. Von diesen wurden damals 75 zu den Fahnen einberufen. Auf dem Felde der Ehre blieben die Kameraden Jäger Gustav Adler, Gefreiter Willi Bertge, Unteroffizier Ludwig Böhm, Garde-Gren. Paul Malinda, Unteroffizier Heinrich Meisler, Vizefeldwebel Ernst Miersch, Musketier Wilhelm Peolinski, Musketier Otto Rick, Unteroffizier Emil Schulz, Musketier Paul Zschech.

Infolge der politischen Unruhen fiel nach dem Kriege die Zahl der Mitglieder auf 34. Der Verein bestand damals nur dem Namen nach. Erst gegen Ende des Jahres 1922 erwachte er zu neuer, aber um so regsamerer Tätigkeit. Er hielt wieder regelmäßig seine Versammlungen ab, neue Mitglieder eilten zahlreich in seine Reihen, und es gelang dem Verein, infolge der Rührigkeit seines Führers, trotz der Inflation und trotz der darauffolgenden Geldknappheit in der Zeit der Wertbeständigmachung der Mark in verhältnismäßig kurzer Zeit die Beträge für eine prächtige Kriegervereinsfahne zu sammeln, die dann am 12. Oktober 1924 unter großer Beteiligung der Kriegervereine der engeren und weiteren Umgebung und der vaterländischen Vereine des Ortes geweiht werden konnte. Fahnenträger wurde Kamerad Kubisch und Begleiter die Kameraden Harting und Höhne. Von der Zeit an hat der Kriegerverein einen ständigen Aufstieg zu verzeichnen, so daß sich gegenwärtig die Zahl der Mitglieder auf 219 beläuft. Seit 1922 gehören zum geschäftsführenden Vorstand die Herren Lenz, Baranius und Bunge.
Bereits 29 Kameraden können auf eine über 25jährige Zugehörigkeit zum Deutschen Kriegerbund zurückblicken und haben die entsprechende ehrenvolle Auszeichnung erhalten. Der Verein hält neben seinen regelmäßigen Versammlungen, die stets von durchschnittlich 150 Kameraden besucht werden, jährlich ein Sommerfest, ein Wintervergnügen und eine Kinderweihnachtsbescherung ab. So konnten im vergangenen Jahre 311 Kinder mit ansehnlichen Geschenken bedacht werden. Im Jahre 1925 wurde eine Sterbekasse gegründet, eine durchaus segensreiche Einrichtung, die durch Umlagen gut fundiert ist. Es wurden daraus in etwa 1½ Jahren 1050 Mark gezahlt, die so manchem Kameraden glücklich über die erste Not hinweggeholfen haben. So bildet heute der Kriegerverein Marga eine in sich geschlossene vaterländische Macht, der den alten, stolzen Soldatengeist hochhält, treue Kameradschaft pflegt und den vaterländischen Gedanken auf der Grube Marga verkörpert.

Senftenberg
Aufnahme = 08.1926
Sammlung Detlef Krumm
So weit "Der Niederlausitzer Braunkohlenbergmann" in seiner Ausgabe vom 9. Oktober 1926. Der Originalbericht beinhaltet übrigens das heutige Fotomotiv. Natürlich in wesentlich schlechterer Qualität als ich sie hier präsentieren kann. Ein konkretes Datum erhalten wir darauf zwar nicht, ich vermute jedoch, daß die Mitglieder des Kriegervereins am 17. August vor der Verwaltung der Brikettfabrik abgelichtet wurden. An jenem Tag fand nämlich eines der oben erwähnten Sommerfeste des Vereins statt. Daran beteiligten sich laut Senftenberger Anzeiger 180 Kameraden. Ich kann mich leicht verzählt haben, aber 180 sind auf dem Foto definitiv nicht zu sehen. Aber das muß nichts bedeuten. Auch die Namen der abgebildeten Herren haben sich im Laufe der Zeit in Schall und Rauch aufgelöst. Mit einer Ausnahme! Sitzend in der Mitte der zweiten Reihe erkennen wir Julius Klitzing. Hier weniger in seiner Eigenschaft als Bergwerksdirektor der Grube Marga sondern vielmehr in seiner Rolle als Ehrenmitglied der Vereinigung. Zu diesem wurde der Hauptmann der Landwehr a.D. wegen seiner hervorragenden Verdienste um den Verein ernannt. Klitzing bekleidete darüber hinaus über die Jahre verschiedene Posten im Vorstand der "übergeordneten Instanz", dem Kreiskriegerverband Calau. Zum Zeitpunkt des Fotos war er zum Beispiel stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Kreiskriegerverbandes.

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