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11.10.2026
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Norbert Jurk (in Kürze jährt sich sein Todestag zum 5. Mal) wird ohne Frage als der fleißigste Autor von – ich nenne es mal salopp: Senftenberger Bilderbüchern in die Geschichte eingehen. Büchern, die zu mehr als 80% aus Abbildungen und Faksimiles bestehen und somit stark auf die visuelle Karte setzen. Vermutlich wird Norbert auch der Letzte dieser Zunft bleiben denn die Nachfrage nach solchen Publikationen ist seit ein paar Jahren im Sinkflug.
Norbert war aber nicht der einzige und er war auch nicht der erste. Diesen „Titel“ verdiente sich das Senftenberger Museum mit der Herausgabe dreier Büchlein Anfang der 1990er Jahre.
Diese waren nach eigenem Bekunden Inspiration für Norbert. Irgendwann merkte er nämlich, daß auch Jahre nach deren Veröffentlichung nichts mehr nachkam. Das Museum hatte offenbar sein Pulver verschossen und das meiste, das sich in ihrer Fotothek befindet und veröffentlichungswert ist, bereits publiziert. Also dachte sich Norbert: „Das kann ich auch! Und besser! Und mehr!“ Wie die Geschichte weiterging ist bekannt.
Daß in Folge überhaupt ein gutes Dutzend dieser Heimatbücher auf den Markt kam haben wir zweifellos der politischen Wende und den damit verbundenen „veränderten Rahmenbedingungen“ zu verdanken.
Daß hingegen in den letzten 5 Jahren nichts vergleichbares mehr veröffentlicht wurde, hat teilweise mit einem hohen Sättigungsgrad auf Konsumentenseite, in letzter Instanz aber mit dem Wegbrechen der "Macher", zu tun. Ich gehe jede Wette ein, daß wir - würde Norbert noch unter uns sein – mittlerweile über fünf weitere Heimatbücher von ihm sprechen könnten.
Es klang ja schon so ein wenig an: vor den Museumsbüchern gab es in dieser Beziehung für Senftenberg nichts. Nada! Niente!
Und dabei war der Bedarf durchaus vorhanden. Die Gründe für die diesbezügliche Unterversorgung kann sich jeder gelernte DDR-Bürger an seinen zehn Fingern selbst abzählen. Aber wie das damals so war: Not machte erfinderisch und das was es nicht gab, bastelte man sich halt irgendwie selbst zusammen. Und nun komme ich mal langsam von der Vorrede auf das eigentliche Thema:

Vor einigen Tagen wurde mir freundlicherweise eine solche damalige "Bastelarbeit" übereignet. In tiefsten DDR-Zeiten von einem Senftenberger aus Verbundenheit zu seiner Heimatstadt liebevoll und für den Hausgebrauch zusammengestellt: ein DIN A4-Klemmordner mit Senftenberg betitelt, der eine Anzahl von Seiten aus etwas festerem Karton enthält. Darauf wurden sowohl kommerzielle Ansichtskarten wie auch private Schnappschüsse appliziert, teilweise "in Form" gebracht, mit Untertiteln versehen und hier und da mit weiteren Ephemera (Plaketten, Programme, Eintrittskarten) versetzt.

Der abgedeckte Zeitrahmen erstreckt sich dabei im Wesentlichen auf die 1950er bis 1970er Jahre und endet mit der 700-Jahr-Feier 1979. Unter den privaten Fotografien befinden sich einige für mich interessante wenn auch nicht sensationelle Motive, die ich sicherlich in der Zukunft vorstellen werde.

Was die kommerziellen Produktionen betrifft, die Eingang in die „Kladde“ fanden, gab es für mich mindestens eine Überraschung…

Gut, daß es zu DDR-Zeiten solche verspielten Souvenirmäppchen oder Leporellos gab, in denen sich verkleinerte Ansichtskartenmotive befanden, ist nicht neu. Wir kennen so etwas aus den 70ern und 80ern und darüber hinaus lässt sich auch eine Produktion aus den 1950ern nachweisen. Auf die komme ich später noch einmal zurück.
Unbekannt war für mich bis dato, daß aus den allseits bekannten Ansichtskartenmotiven, die initial vom Thüringer Volksverlag herausgegeben wurden, auch minimierte Versionen kursierten.
Dabei gehe ich fest davon aus, daß dies in Form eines Sammelmäppchens geschah denn ich kann mir schwer vorstellen, daß die Kärtchen von 8,5 x 6,5 cm Seitenlänge einzeln unters Volk gebracht wurden. Reine Mutmaßung meinerseits denn ich kenne einen entsprechenden Umschlag nicht. Auf diesem könnten sich ein Verkaufspreis und auch Angaben zum Herausgeber befunden haben. Beides ist nämlich auf den einzelnen Kärtchen nicht zu finden. Das würde meine "Mappen-Theorie" stützen.

Mir fehlen zu meinem Leidwesen nicht nur der Umschlag sondern sehr wahrscheinlich auch ein paar der ursprünglich enthaltenen Kärtchen. In der "Kladde" konnte ich insgesamt 9 Stück finden. Abgesehen davon, daß ich in solchen Fällen eigentlich immer von einer geraden Anzahl verwendeter Motive ausgehe, geben auch diverse Lücken in der ansonsten fortlaufenden Nummerierung der Kärtchen Grund zu der Annahme, daß damals mehr als nur diese 9 verausgabt wurden.
Möglicherweise 14 oder gar 15 Stück. Die "Bestellnummern", wie sie in diesem Kontext genannt werden, gehen konform mit denen ihrer "großen Brüder" womit unter Umständen ermittelbar ist, was genau fehlen könnte.
Grundsätzlich wäre das lediglich aus der Nachweis-Perspektive wichtig. Die Motive selbst, egal ob sie heute noch fehlen oder nicht, sind hinlänglich bekannt. Qualitativ sind diese Varianten allein wegen ihrer Größe schlechter zu bewerten. Erwähnenswert ist lediglich, daß aufgrund eines abweichenden Seitenverhältnisses im Vergleich mit den echten Ansichtskarten hier und da mehr Bildinformation oben oder unten enthalten ist. Bei gleichzeitiger Reduzierung links und rechts. Ist aber alles nicht weltbewegend.

Nachweis-Perspektive, der Begriff ist bereits gefallen. Deswegen komme ich mal lieber schnell zu den entsprechenden Fakten:

Senftenberg
V/11/28 - Zc 85 - 0,5 - 1251
Best.-Nr. St 1/494
Aufnahme <= 1951
Sammlung Matthias Gleisner
(Schenkung H.Laurisch)
Senftenberg
Senftenberg
V/11/28 - Zc 85 - 0,5 - 1251
Best.-Nr. St 1/495
Aufnahme <= 1951
Sammlung Matthias Gleisner
(Schenkung H.Laurisch)
Senftenberg
Senftenberg
V/11/28 - Zc 85 - 0,5 - 1251
Best.-Nr. St 1/496
Aufnahme <= 1951
Sammlung Matthias Gleisner
(Schenkung H.Laurisch)
Senftenberg
Senftenberg
V/11/28 - Zc 85 - 0,5 - 1251
Best.-Nr. St 1/497
Aufnahme <= 1951
Sammlung Matthias Gleisner
(Schenkung H.Laurisch)
Senftenberg
Senftenberg
V/11/28 - Zc 85 - 0,5 - 1251
Best.-Nr. St 1/498
Aufnahme = 1951
Sammlung Matthias Gleisner
(Schenkung H.Laurisch)
Senftenberg
Senftenberg
V/11/28 - Zc 85 - 0,5 - 1251
Best.-Nr. St 1/500
Aufnahme <= 1951
Sammlung Matthias Gleisner
(Schenkung H.Laurisch)
Senftenberg
Senftenberg
V/11/28 - Zc 85 - 0,5 - 1251
Best.-Nr. St 1/501
Aufnahme <= 1951
Sammlung Matthias Gleisner
(Schenkung H.Laurisch)
Senftenberg
Senftenberg
V/11/28 - Zc 85 - 0,5 - 1251
Best.-Nr. St 1/502
Aufnahme <= 1951
Sammlung Matthias Gleisner
(Schenkung H.Laurisch)
Senftenberg
Senftenberg
V/11/28 - Zc 85 - 0,5 - 1251
Best.-Nr. St 1/506
Aufnahme <= 1951
Sammlung Matthias Gleisner
(Schenkung H.Laurisch)
Senftenberg

Wenn man sich die jeweiligen Verlagsangaben genauer anschaut, kommt man wie oben angedeutet zu dem Schluß, daß da vielleicht die Best.-Nr. 499, 503,504,505 fehlen könnten. Für die Nummern 499 und 505 würden mir spontan Kandidaten einfallen. Beim Rest bin ich mir noch unsicher, da ich aktuell nicht über sämtliche Varianten dieser 50er-Jahre Motive verfüge. Die wurden nämlich über einen längeren Zeitraum von wechselnden Verlagen (vielleicht war es in Wahrheit aber ein und derselbe nur unter anderen Namen?) mit unterschiedlichen Nummern produziert.

Jedenfalls habe ich nach der etwas intensiveren Beschäftigung mit den 9 oben abgebildeten Motiven die Entscheidung getroffen, daß sämtliche Motive mit dem Vermerk <= 1951 versehen werden können. Bei einigen war das schon der Fall, andere waren bisher etwas später eingeordnet.

Zurück zur "Kladde"...

Beim Sinnieren über das wie?, warum? und womit? oben erwähnter „Senftenberger Heimarbeit“ erinnerte ich mich ziemlich schnell an eigene Versuche zu DDR-Zeiten. Nein, die hatten nichts mit Senftenberg zu tun und waren in der Sache nicht einmal DDR-spezifisch weil es zehn- oder hunderttausende wenn nicht gar Millionen Jugendliche auf der ganzen Welt gab, die das so oder so ähnlich handhabten.
Doch im Gegensatz zum westlichen Ausland war es hier in der DDR eher ein Teil der allseitigen Mangelwirtschaft, die mich anno 1981 dazu bewegte, selbst Hand anzulegen und mein ganz persönliches - Taaaadaaaa! - Beatles-Book zu erschaffen.

Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, bestand die Grundlage aus einem DIN A4-Heft (kariert). Aber gleich so ein dickes mit Pappeinband. Wenn schon, denn schon! Darin klebte ich Zeitungsschnipsel ein, die etwas mit den (Ex-)Beatles zu tun hatten und die ich im Vorfeld aus irgendwelchen Zeitungen und Illustrierten ausgeschnitten hatte.
Im Gefolge der unsäglichen Ermordung John Lennons im Dezember 1980 nahm die Berichterstattung in Sachen "Beatles" in den hiesigen Druckerzeugnissen ein wenig zu und so gab es marginalen Nachschub. 1983 erschien sogar ein Buch - "Die Beatles – Ihr Leben und ihre Lieder" - , auf dessen Seiten man jedoch keine Fotos sondern nur "künstlerische" Collagen von zweifelhafter Qualität findet. Insofern war 1983 das Ende der Durststrecke noch lange nicht erreicht. Aber ich schweife schon wieder ab. Das Thema ist ja eigentlich mein Beatles-Buch.

Wie gesagt: das Ganze bestehend aus Zeitungsausschnitten (manche kaum größer als eine Briefmarke) die ich zusätzlich handschriftlich mit mehr oder weniger passenden Kommentaren versah. Auf irgendwelchen obskuren Wegen gelangte ich selbst an Ausrisse aus West-Illustrierten (BRAVO, PopRocky etc.) und es wurden auch Zeitschriften aus dem sozialistischen Ausland nach Material geflöht. An diese zu kommen, war teilweise genauso abenteuerlich wie der Bezug des DDR-"Goldstaubs" a la "Magazin", "Neues Leben", "Melodie & Rhythmus" oder "Filmspiegel". Die minimale Ausbeute wurde dann schön stabil mit Duosan-Rapid auf die Heftseiten geklebt. Fotoecken wären vorausschauend zwar besser gewesen aber bei den teilweise sehr kleinen Papierschnipseln auch irgendwie unpraktisch.
Es dauerte nicht lange – "Version 1" meines Beatles-Buches war gerade fertiggestellt – da merkte ich, daß sich mein Konzept nur sehr begrenzt zukunftsfähig erwies. Die Sammelei von Bildern und Zeitungsberichten ging ja munter weiter und ich hatte doch eigentlich nicht vor, jeden Schnipsel einfach nur hinten und wild durcheinander anzupappen. Eine Struktur sollte schon erkennbar sein und bleiben. Dafür war meine Idee mit den festen Seiten und den darauf verklebten Ephemera jedoch letztlich völlig ungeeignet.

Wer weiß, vielleicht rührt aus diesem jugendlichen Trauma des Scheiterns bei der Zusammenstellung eines Buches teilweise meine sehr zögerliche Haltung hinsichtlich eines eigenen Senftenberg-Buches?

Mein Beatles-Book existiert heute nicht mehr. Aber ob man es glaubt oder nicht: der allergrößte Teil der Zeitungsausschnitte ist noch da! Diese hatte ich letztendlich wieder von den Heftseiten entfernt wobei sie in einigen Fällen immer dünner und kleiner wurden. Meine Papier-Sammelei setzte sich übrigens noch weitere 30 Jahre fort. Selbst zu Zeiten, in denen ich mir quasi fast jedes Buch, jeden Tonträger, jeden Film kaufen konnte (und dies in großem Maßstab auch tat!) schnitt oder riß ich aus purer Gewohnheit weiter Zeitungsseiten aus und stapelte sie weg.
Mit meinem Eintritt in die Welt der Senftenberger Heimatforschung um das Jahr 2010 kam dies – obwohl bis heute weiterhin stark Beatles-interessiert – fast vollständig zum Erliegen. Von dem ganzen Papierkram, der aus meiner Sicht heutzutage redundant ist, konnte ich mich aus nostalgischen Gründen bis zum heutigen Tag nicht trennen. Solange ich noch Platz in den Schränken habe wird das wohl auch so bleiben. Profit lässt sich daraus sowieso nicht schlagen. Dazu ist das Material zu weit verbreitet und/oder eben doch nicht alt genug. Müssen dann eben meine Erben wegschmeissen.

Um den Kreis zu schließen: Solche Zeitungsausschnitte-Sammlungen kenne ich auch zum Thema "Senftenberg". Mal tatsächlich aufgeklebt und irgendwie "gestaltet", mal als "lose Ware". Beides, sowohl Dinge in der Art dieser o.g. "Kladde" als auch Zeitungsschnipsel-Kollektionen könnten sehr interessant für mich sein. Wegen des Inhalts aber auch wegen der dahinter steckenden Geschichte oder Motivation. Alles könnte zu einem besseren Verständnis der Historie unserer Stadt und Region beitragen. Mindestens würde es wahrscheinlich zur Gestaltung einer oder mehrere Neues-Seiten taugen.
Deshalb: Wer derartiges daheim rumliegen hat, der möge mich gerne kontaktieren. Ich bin dankbar für alles in dieser Richtung. Für anderes natürlich auch.

Ach Mensch... fast vergessen... da war doch noch was... genau!
In der "Kladde" fand ich doch auch noch ein fehlendes Puzzle-Teil. Nach gut 10 Jahren! Unter Neues 243 stellte ich anno 2016 ein "Miniaturen-Set" ähnlich des heutigen vor. Damals ging ich davon aus (gerade Anzahl von Kärtchen!), daß da wohl noch etwas fehlen würde. Und heute kann ich endlich diesen Nachweis erbringen!
Hier das 12. Kärtchen von dem ich aber nicht weiß, ob es auch das letzte fehlende Teil ist.
Inhaltlich kann ich dazu heute nichts liefern, was ich nicht schon vor 10 Jahren geschrieben habe. Bei Interesse also dort noch einmal nachlesen!

Senftenberg   Senftenberg   Senftenberg
Senftenberg
Trinks & Co. Leipzig, O27
Za 1008-0,5-851
Aufnahme <= 1936
Sammlung Matthias Gleisner
(Schenkung H.Laurisch)
Eine letzte Anmerkung noch. Bei der Auswertung der "Kladde" gehe ich natürlich vorsichtig zu Werke. Einzelne Fotos werden nur kurzzeitig zum scannen entnommen und danach wieder eingebaut. Ich möchte das Ding eigentlich weitestgehend in seinem Urzustand belassen. Selbst wenn ich vielleicht das eine oder andere Stück lieber in mein normales, schonenderes Aufbewahrungssystem eingliedern würde.