Neues 672 - 2026-01-04

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Matthias
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Neues 672 - 2026-01-04

Beitragvon Matthias » Sa 3. Jan 2026, 09:57

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Harald
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Re: Neues 672 - 2026-01-04

Beitragvon Harald » So 11. Jan 2026, 12:29

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ICH WÜNSCHE ALL MEINEN TREUEN "KOMMENTAR"-LESERN
>EIN FRIEDLICHES & GESUNDES NEUES JAHR< !

und hoffe, dass sich ALLE an die GEPFLOGENHEITEN unserer ehrwürdigen Altvorderen gehalten haben: schon vor 100 Jahren durfte man erst in die SENFTENBERGER NEUJAHRSFEIER - STARTLÖCHER hüpfen, wenn vor dem SILVESTERABEND alle offenen RECHNUNGEN beglichen, familiäre & nachbarliche STREITIGKEITEN geschlichtet & die WOHNSTÄTTEN vom KELLER bis zum DACHBODEN "geputzt" waren.
Wenn das ALTE JAHR endete, war vor allem der WUNSCH nach GESUNDHEIT & GLÜCK im NEUEN JAHR schon immer riesengroß. Für einen BLICK in die ZUKUNFT kreierten unsere sehr erfinderischen VORFAHREN das BLEIGIESSEN: Dabei werden traditionell kleine BLEISTÜCKE (heute Zinn) mit einem LÖFFEL über einer KERZENFLAMME erhitzt, bis das METALL vollständig geschmolzen ist. Das verflüssigte METALL wird schnell in eine SCHALE mit kaltem WASSER gekippt, wobei das BLEI durch den Temperaturunterschied erstarrt & verschiedene FIGUREN bildet, die man kollektiv zu deuten versucht.
Die sprichwörtlichen BÖSEN GEISTER wurden mit magischen RÄUCHERRITUALEN, mit GLOCKENLÄUTEN, FEUERWERK und viel BÖLLERLÄRM vertrieben.
SILVESTERKARPFEN ist bis heute ein KULTESSEN für den letzten Tag des Jahres. Man hebt eine SCHUPPE des Fisches auf und bewahrt sie in der GELDBÖRSE auf. Das soll GLÜCK bringen und das GELD nie ausgehen lassen.

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BERICHTE VON SILVESTERFEIER & NEUJAHRSTAG 1925/26
im >Senftenberger Anzeiger<

31.12.1925:
"WEIHNACHTEN liegt kaum hinter uns und schon geht es mit Hingabe an die VORBEREITUNG des nächsten Festes: SILVESTER & NEUJAHR! Seit ein paar Wochen schon haben ALLE LOKALE, von der kleinsten KNEIPE bis zum größten RESTAURANT die vertrauten EINLADUNGEN zur SILVESTERFEIER ausgehängt und jeder mag nach den gebotenen ATTRAKTIONEN & und dem INHALT seines GELDBEUTELS wählen, denn an SILVESTER geht man natürlich aus. Freilich kann man auch ZU HAUSE feiern, aber dann muß ein möglichst großer VERWANDTEN~ & FREUNDESKREIS versammelt werden, damit STIMMUNG IN DIE BUDE kommt. Was der Ansturm des WEIHNACHTSFESTES noch in der BRIEFTASCHE gelassen hat, das muß nun heraus & in SILVESTERARTIKEL umgesetzt werden. Die BRETTERBUDEN, die auf den STRASSEN & PLÄTZEN eben noch Christbaumschmuck, Wachskerzen & Weihnachtsflitter feilhielten, bieten nun FEUERWERK / BLEIFIGUREN / JUXZIGARREN / ZAUBERBECHER / KONFETTI / PAPIERSCHLANGEN / WACHSNASEN / PAPIERMÜTZEN & tausenderlei KARNEVALSKRAM zum Kauf, denn SILVESTER IST NARRENTAG."

Vor allem FEUERWERK MUSS SEIN!
Jeder JUNGE hat sich ein paar GROSCHEN zusammengespart oder von Vater, Mutter & sämtlichen Verwandten zusammengebettelt, um KNALLFRÖSCHE & KANONENSCHLÄGE loslassen zu können. Reicht es gar zu RAKETEN – desto besser! Diese werden dann am GARTENZAUN oder am KÜCHENBALKON aufgereiht und: pfsch – bumm – ah ! zum NEID der Nachbarsjungen und zur WUT des Hauswirts abgebrannt.
Da natürlich auch die ERWACHSENEN feuerwerken, wird allerhand losgeknallt in dieser Nacht. Für die ‚älteren Semester‘ bleibt aber FEUERWERK, BLEIGIESSEN, JUX & SCHERZ nur Beigabe – Hauptsache ist der ALKOHOL, der in der NEUJAHRSNACHT erst recht in Strömen fließen muß. OHNE – mindestens einen SCHWIPS – KEIN SILVESTER! Das punschselig gestammelte >PROST NEUJAHR< soll helfen, von der TRÜBEN BILANZ des ALTEN JAHRES gemeinschaftlich ABSCHIED zu nehmen…“

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03.01.1926:
„Als der LETZTE TAG DES ALTEN JAHRES zur Neige ging, fegte ein scharfer OSTWIND durch die Straßen. Das war nicht gerade behaglich. Kurz vor GESCHÄFTSSCHLUSS sah man noch viele PASSANTEN mit länglichen runden PAKETEN beladen ihrem HEIM zustreben. DER LETZTE EINKAUF ! Ein aufmerksamer Beobachter konnte von 8 Uhr abends an viele PERSONEN beiderlei Geschlechts beobachten, die alle nach einem bestimmten ZIELE – einem gemütlichen FAMILIENKREIS, in dem der ANBRUCH DES NEUEN JAHRES erwartet werden sollte – zustrebten.
Als dann mit dem GLOCKENSCHLAG 12 die KIRCHENGLOCKEN & die SIRENEN der umliegenden WERKE den ersten Tag des >Neuen Jahres< einweihten, da brach aus allen Ecken & Winkeln ein TUMULT & LÄRM los, wie er nur einmal im Jahre, nämlich am NEUJAHRSTAGE, von der POLIZEI geduldet wird.
An den FENSTERN, den BALKONEN & auf der STRASSE wurde das neue Jahr erwartet, während ein großer Teil nach dem ZENTRUM der Stadt, dem MARKT, strömte. Hier setzte ein Pfeifen, Rufen & Singen ein, wie es SENFTENBERG infolge schlechter WITTERUNG in den letzten Jahren nicht mehr gesehen hatte. Unter den Massen, die den Markt bevölkerten, herrschte eitelste NEUJAHRSSTIMMUNG, – ein großer Teil der Anwesenden hatte schon vor 12 Uhr den ANBRUCH durch reichlich flüssigen ALKOHOLGENUSS gefeiert. Die POLIZEIBEAMTEN, die wie eiserne PFEILER in dem brandenden Gewoge an allen Ecken aufpostiert waren, mußten sämtliche ULKEREIEN & SCHERZE stillschweigend über sich ergehen lassen. Während vorwiegend das JUNGE VOLK sich mit PAPIERMÜTZEN & KNALLSACHEN jeglicher Art versehen hatte, holten andere zur Feier der Stunde ALTE, BUNTE KLEIDUNG hervor. Als HAUPTCURIOSUM ist wohl zu erwähnen, daß einige FRAUEN sich als MÄNNER verkleidet, in dem Gewoge aufhielten, ohne von den meisten erkannt zu werden.
In den NEBENSTRASSEN des Marktes konnte man auch häufig ANGETRUNKENE beobachten, die ihrem Wohlgefühl in AKROBATENKUNSTSTÜCKCHEN, die sie auf der ERDE ausführten, freien Lauf ließen.
Wie wir teils erfuhren, teils mit eigenen Augen sehen konnten, ging es ohne HÄNDEL & ZWISCHENFÄLLE nicht ab. So mußte an mehreren Stellen der Stadt die POLIZEI zu ganz energischen Mitteln greifen, um die angetrunkenen RAUFBOLDE zur Ordnung zu bringen.
Auch die GLASSCHEIBEN einiger SCHAUKÄSTEN mußten daran glauben."

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"DAS FETTESTE GESCHÄFT haben natürlich in dieser Nacht sämtliche öffentlichen LOKALE gemacht, denen diese STUNDEN mehr einbrachten, wie sonst oft viele Tage zusammen. Für viele andere dürfte aber der folgende MORGEN eine überraschende ERNÜCHTERUNG & KATZENJAMMER gebracht haben, wenn sie ihren GELDBEUTEL geleert oder wenigstens stark gerupft vorfanden. Wer aber gedachte wohl der vielen tausenden von ARMEN & HUNGERLEIDERN, für die sich der JAHRESWECHSEL sang~ & klanglos vollzog? An solchen Tagen heißt es dann oft: ‚Hie VERSCHWENDUNG, da bittere NOT! Das werden wir KULTURMENSCHEN nie ändern können. Trotzdem sollte man aber nicht mit kaltem Herzen an solchem ELEND vorbeigehen, sondern immer wieder, wenn es geht, HELFEND einspringen. Und darum Allen ein fröhliches >PROSIT NEUJAHR<!“

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NACHTRAG:
Da wir uns nach jahrelanger SCHNEEARMUT in den Wintermonaten, nunmehr zu BEGINN DES NEUEN JAHRES 2026 einer wahren SCHNEEFLUT erfreuen dürfen, allerdings auch erwehren müssen, bleibt uns doch der TROST, in der WARMEN GUTEN STUBE nachzulesen, zu staunen, oder sogar "abzukupfern",
WIE UNSERE VORFAHREN GEMÜTLICHE ABENDE
"AM STILLEN HERD ZUR WINTERSZEIT" VERLEBTEN...


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