Neues 147 - 2014-09-25

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Matthias
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Neues 147 - 2014-09-25

Beitragvon Matthias » Do 25. Sep 2014, 13:48

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Harald
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Re: Neues 147 - 2014-09-25

Beitragvon Harald » Do 25. Sep 2014, 19:18

Glückliche Reise_resize.jpg
Es ist nun mal eine unbestrittene Tatsache, dass jede per Eisenbahn unternommene, mehr oder weniger
GLÜCKLICHE REISE
an einem BAHNHOF beginnt und normalerweise auch dort endet.
Scheinbar hatte man früher mehr die ANKOMMENDEN, denn die ABREISENDEN Passagiere im Focus. Weshalb hätte man sonst den Bahnhof vorrangig als EMPFANGSGEBÄUDE bezeichnen sollen ?
Übrigens war man früher bestrebt, die größeren Bahnhöfe dem jeweiligen charakteristischen Stile der von der Eisenbahn durchzogenen Landschaft anzupassen. Man bevorzugte z.B. in der Altmark den Ziegelrohbau, in Niedersachsen den sog. Romanischen Stil und am Rhein die Gotik. Kam man allerdings in eine stilistisch neutrale Gegend, etwa in unsere Lausitz, dann traf man auf die Renaissance in allen Variationen. Der vorherrschende Bahnhofsstil war allerdings der TERRAKOTTABAU, der sich hervorragend zur Herstellung großer Innenräume eignete.
Als man begann, zur Erhöhung der Betriebssicherheit die in den Städten gelegenen Eisenbahnstrecken hoch zu legen, musste man nach neuen Bauformen suchen. Diese wurden dadurch erreicht, daß zwischen dem Hauptgebäude und der hoch gelegten Strecke niedrig gelegene Gebäudeteile eingeschoben wurden. Die Empfangsgebäude erhielten hierdurch den Charakter freistehender Häuser, blieben aber mit den Bahnanlagen verbunden.
Gleich nach der Einweihung des neuen Bahnhofes in Senftenberg, lobte der "Architekturpapst" des >Senftenberger Anzeiger< selbigen in den höchsten Tönen und verstieg sich gleich zum Vergleich mit einer altrömischen
BASILIKA:

Bahnhof & Basilika_resize.jpg

„Auch das Empfangsgebäude Senftenberg ist nach diesen Vorbildern geschaffen worden. Die ungünstige Lage des Bauplatzes und die schmale Güterbahnhofstraße zwangen dazu, den Haupteingang nach Südwesten zu legen.
Durch die Vorhalle tritt man in die geräumige Halle, in der die Abfertigungsräume liegen, über dem Eingang sind Diensträume untergebracht.
Von der Halle zweigt der Zugang zu den Bahnsteigen und die Eingänge zu den Wartesälen ab. Hinter den Wartesälen liegen die Wirtschafts~ und Wohnräume des Bahnhofswirts.
Durch diese Anordnung der Räume ergab sich ein
BASILIKALER GRUNDRISS, wobei der vordere Teil des Gebäudes als Turmanlage, die Halle als Langschiff, die Wartesäle als Querschiffe, der Wirtsteil als Chor und die unter den flachen Dächern liegenden Räume als Seitenschiffe anzusehen sind.
Die Lösung des Grundrisses und der Aufbau des Gebäudes ist klar und einfach. Der klassizistische Mantel, mit dem die Fassade behängt wurde, gibt dem Gebäude eine gute Außenwirkung. Erfreulicherweise hat man den Innenräumen eine reiche farbige Behandlung zuteil werden lassen…“

Ich bin mir sicher, dass sich die alten Römer ins Fäustchen lachen würden, dass aus ihrer einst zu Gerichtszwecken erbauten BASILIKA, von deren Form und Gestalt sich daraufhin die ersten Christen zum Bau ihrer GOTTESHÄUSER leiten ließen, letztendlich ein neuzeitlicher BAHNHOF wurde.
Der schwärmerische Epilog des Zeitungsschreibers lautete dann:
„Der Bau dieses kleinen MONUMENTALGEBÄUDES zeigt,
daß wir stolz sagen dürfen: Wir können wieder bauen !"
---

Etwas hellseherisch fügte er dann noch hinzu:

"Die Reisenden, welche, notgedrungen, bei den heutigen ungünstigen Zugverbindungen auf dem Bahnhofe längere Zeit verweilen müssen, werden sich wieder behaglicher fühlen, als in dem nunmehr dem Abbruch verfallenen alten Gebäude.“

Mit der letzten Aussage erinnerte er kurz an das vormalige
ALTE BAHNHOFSGEBÄUDE unserer Stadt...
Unterzieht man allerdings unsere "BASILIKA" von 1923 einer kritischen Betrachtung, dann möchte man meinen, dass auch sie inzwischen dem Verfall preisgegeben wurde...
Möglicherweise hängt dies mit unserem exklusiven Vorzeige-STADTHAFEN zusammen:
die Besucherströme ergießen sich in Zukunft nicht mehr per Bahn, sondern per Schiff in unsere Stadt...;-)


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