Seite 1 von 1

Neues 676 - 2026-02-01

Verfasst: Sa 31. Jan 2026, 10:39
von Matthias
Bild Bild Bild Bild Bild Bild

Hier klicken, um zum entsprechenden Eintrag unter "Neues" zu springen...

Re: Neues 676 - 2026-02-01

Verfasst: Sa 7. Feb 2026, 21:10
von Harald
LOGO 1_resize.jpg

Das BRIEFMARKENSAMMELN ist längst mehr geworden als ein ZEITVERTREIB für müßige Stunden. Die FREUDE AM SAMMELN ist in dem Maße gestiegen, wie die MARKEN in ihrer ZEIT zu lebendigen ZEUGEN des GESCHEHENS & der GESCHICHTE wurden. Durch große einheitliche VERANSTALTUNGEN, SONDERBRIEFMARKEN & ~STEMPEL wurde seit dem ersten
>TAG DER DEUTSCHEN BRIEFMARKE< am 7. Januar 1936, zugleich dem GEBURTSTAG des Generalpostmeisters & Organisators des deutschen & POSTWESENS Heinrich S t e p h a n, stets auch auf den wirtschaftlichen & kulturellen WERT der POSTWERTZEICHEN hingewiesen.
Die BILDTAFEL zeigt einige SONDERMARKEN >TAG DER BRIEFMARKE< des „Deutschen Reiches“ der 1940er, der „Bundesrepublik Deutschland“ & der DDR der 1940/50er Jahre - letztere bis 1960.

TdB DDR 1951 - 1960.jpg


BRIEFMARKEN ALS WAFFE
wie geht das zusammen?

Wenn man drüber nachdenkt, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass die BRIEFMARKE & der BRIEF als MASSENWARE natürlich ein bestens geeignetes MEDIUM sind, um BOTSCHAFTEN zu transportieren.

PROPAGANDASCHLACHT IN DEN 1950ern

In der SOWJETISCHEN BESATZUNGSZONE gab es schon seit 1946 PROPAGANDA auf dem BRIEF. So versorgte man ab 1950 selbst die kleinsten POSTÄMTER der jungen Republik mit PROPAGANDASTEMPELN & warb auf den BRIEFEN gen WESTEN: "Lernt vom Sowjetvolk, lernt vom großen Stalin, wie man den Sozialismus aufbaut." Der WESTEN ließ sich nicht lumpen & stempelte fleißig, gern in rot, darunter: "... und was dabei herausgekommen ist".

DER OSTEN FING AN – DER WESTEN ZOG NACH

Auf ein außerordentlich spannendes KAPITEL der deutsch-deutschen „NACHKRIEGSPOSTGESCHICHTE“ – erforscht vom Historiker & Publizisten Ilko-Sascha K o w a l c z u k – stieß ich bei meiner RECHERCHE im Internet:
„Nachdem die WESTMÄCHTE Ende Juni 1948 auch in Berlin eine WÄHRUNGS~ plus BRIEFMARKENREFORM umsetzten, boykottierten die SOWJETS die westdeutschen MARKEN. Das hieß: >STEMPEL DRAUF & ZURÜCK AN DEN ABSENDER !<. Der WESTEN verzichtete zunächst auf Gegenmaßnahmen, noch hoffte man auf ein Groß-Berlin mit ungehindertem POSTVERKEHR. Als im Januar 1949 die „OSTMARK“, und mit ihr die OSTBRIEFMARKEN im WESTSEKTOR an WERT verloren, schickten auch die Westberliner POSTÄMTER fortan alle BRIEFE aus dem OSTEN zurück bzw. verlangten eine deftige NACHGEBÜHR. Findige PRIVATLEUTE frankierten deshalb DOPPELT: Eine MARKE für den TRANSPORT im WESTEN, eine für den OSTEN.
Viele LEUTE verstanden natürlich nicht, was dieser QUATSCH eigentlich soll: Man wollte Tante Erna einen Brief schicken & das funktionierte nicht, weil sich irgendjemand in den Kopf gesetzt hatte, dass es mit dieser oder jener MARKE nicht möglich war.
Mit GESPRÄCHEN zwischen OST~ & WESTBERLINER POST endete zumindest der BRIEFMARKENKONFLIKT im September 1949…Dennoch lief die PROPAGANDA bis in die 1960er-Jahre HEISS:
Auf beiden Seiten der Mauer wurde geklebt, gestempelt, geschwärzt & zurückgeschickt – speziell bei SPRÜCHEN & MARKEN zu den Themen >DEUTSCHE EINHEIT< und >VERTRIEBENE<.
Erst in den 1970er Jahren entspannte sich die Lage, die PROPAGANDASTEMPEL wurden größtenteils eingemottet. Letztendlich beschlossen DDR & BRD in einem gemeinsamen ABKOMMEN von 1972, die POSTSENDUNGEN des jeweils anderen, unabhängig von der Umschlaggestaltung, zu transportieren.“
In der ersten Hälfte der 1950er Jahre sind von einer sogenannten >Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit< (KGU) in West-Berlin POSTWERTZEICHEN der DDR – bevorzugt die Werte aus der FÜNFJAHRPLAN-Serie von 1953 – mit veränderten INSCHRIFTEN hergestellt, danach in die DDR eingeschleust & mit dem ZIEL in Umlauf gebracht worden Das, gegen deren politische Entwicklung anzukämpfen.

Prop DDR.jpg

PRODUKT Nr. 1: war eine FREIMARKE zu 12 Pfennig, die als Markenbild WILHELM PIECK mit einem GALGENSTRICK zeigt und der geänderten Umschrift „UNDEUTSCHE UNDEMOKRATISCHE DIKTATUR“.

PRODUKT Nr. 2: auf dem 6-Pfennig-Wert fordert ein Arbeiter „FREIE WAHL“ und weist WALTER ULBRICHT per Zeigefinger zurück „NACH MOSKAU“, wo er bekanntlich während des Krieges von den Sowjets im „NATIONALKOMITEE FREIES DEUTSCHLAND“ als Front-Agitator eingesetzt wurde…

PRODUKT Nr. 3: bei dem 12-Pfennig-Wert der 5-JAHRPLANSERIE 1953 wurde die Inschrift „ARBEITE LANGSAM IN DER UNDEUTSCHEN UNDEMOKRATISCHEN REPUBLIK“ eingesetzt.

PRODUKT Nr. 4: bei einem weiteren WERTZEICHEN mit dem Bild der damaligen Ostberliner STALINALLEE findet sich neben der „UNDEUTSCHEN UNDEMOKRATISCHEN REPUBLIK
noch der Zusatz „STRASSE DES 17. JUNI“.

PRODUKT Nr. 5: trägt den Titel „DEUTSCHER VOLKSAUFSTAND 1953“ – zeigt eine MARSCHFORMATION streikender Arbeiter mit dem Transparent „FREIHEIT“. Die STALINALLEE wurde in „BERLIN – STRASSE DES 17. JUNI“ umformuliert.

Der nachfolgende >MARKEN-ENTWURF< wurde von der Satirezeitschrift >Tarantel< kreiert – aber nicht umgesetzt.

PRODUKT Nr. 6: der 20-Pfennig-Wert änderte das „ELSTER-BAD DER WERKTÄTIGEN“ kurzerhand in „ELSTER – BAD DER WERKBONZEN“, was wohl „den Nagel auf den Kopf traf“…

Man verschickte mit diesen gefälschten BRIEFMARKEN auch FLUGBLÄTTER & irritierte auserwählte DDR-Behörden & Betriebe mit falschen ANWEISUNGEN oder EINLADUNGEN. Die Abbildungen zeigen zwei FÄLSCHUNGEN, die mit 5 ECHTEN MARKEN auf einem EILBRIEF, der am 25. Juli 1955 aufgegeben wurde & an einen BRD-Empfänger adressiert war…
O - F.jpg

…und nächste Woche ein für gewiefte
DDR – BRIEFMARKENSAMMLER
typisches PHILATELISTISCHES SPEZIALTHEMA


WAS VERBARG SICH HINTER SOGENANNTEN >SPERRWERTEN< ?

(Fortsetzung folgt)