Neues 131 - 2014-05-29

Die neue Form der Kommentarfunktion zu den
einzelnen Einträgen unter Neues
Benutzeravatar
Matthias
Administrator
Beiträge: 648
Registriert: Fr 28. Feb 2014, 18:23
Wohnort: Senftenberg

Neues 131 - 2014-05-29

Beitragvon Matthias » Do 29. Mai 2014, 09:59

Bild Bild Bild

Hier klicken, um zum entsprechenden Eintrag unter "Neues" zu springen...

Benutzeravatar
Harald
Beiträge: 624
Registriert: Sa 1. Mär 2014, 10:39

Re: Neues 131 - 2014-05-29

Beitragvon Harald » Do 29. Mai 2014, 13:58

Der aus Großenhain stammende Zeichner Camillo Ehregott ZSCHILLE (1847- 1910) schuf in den Jahren 1884 bis 1896 über 50 solcher >KUNSTBLÄTTER< mit Ansichten sächsischer und preußischer Städte, auf deren 18 Einzelbildern die jeweils markantesten Bauwerke zu sehen sind.
Dies hier ist nun das "deutlich sichtbare" Abbild des
>SOGENANNTEN PULVERTHÜRMCHENS<.

Pulverthürmchen_Zschiller_resize.jpg

Auf der Nordost-Bastion der Senftenberger FESTUNGSANLAGE steht noch wie eh und je dieses achteckige TÜRMCHEN, welches wahrscheinlich errichtet wurde, als man das Schloss zur Festung ausbaute und sie mit Wällen und Bastionen umgab. Der 1672 datierte Pulverturm auf dem Schlosswall diente in früheren Zeiten wohl eher als WACHTTURM denn als MUNITIONSLAGER, um das empfindliche Schießpulver vor Feuchtigkeit zu schützen, wie in einigen Quellen fälschlicherweise behauptet wird.
Die Bezeichnung "Pulvertürmchen" ist nämlich irreführend, weil in ihm aus durchaus sehr logischen Verteidigungsgründen kein Schießpulver gelagert werden konnte.
Das Pulvertürmchen steht aber auf einem in den Erdwall eingebauten "Pulvergewölbe", in dem die "heiße Ware" der Festung bevorratet wurde. Und davon wurde für die 13 Geschütze auf dem 16 Meter dicken und 6,50 Meter hohen Erdwall im Verteidigungsfalle eine reichliche Menge benötigt.
Dennoch erhielt das darüber gebaute Wachthäuschen, besetzt mit Wachtposten,
den bis heute gebräuchlichen Namen PULVERTÜRMCHEN.

Laut uralter INVENTARLISTE lagerten im Gewölbe darunter:
7 1/2 Zentner Pulver, 5 Zentner 56 Pfund Musketenkugeln, 943 Stückkugeln, Kartätschladungen und 200 Pechkränze.
Außerdem war die RÜSTKAMMER der Festung angefüllt mit 150 Musketen, 45 Hakenrohren mit Feuerschlössern, 70 Pieken, 72 Handgranaten, 4 Zentner Lunten.
Auch das Verzeichnis über den Gewehrvorrat in der Rüstkammer (vom 20. Mai 1687) ist interessant:
5 Partisanen, 9 kurze Wehren, 3 Zündruten, 72 große und 97 kleine Mauermusketen (darunter allerdings 24 unbrauchbare), 44 Stutzen mit Feuerschlössern, 70 Pieken, 33 Musketengabeln, 50 Kugelformen, 3 lange Kugelformer, 115 Kugelzieher, 36 Stutzenspanner, 66 alte Pulverflaschen, 74 Bandeliere, 3 Feuerlampen für die Pechkränze u.a.

Nachdem am 20.09.2009 das restaurierte PULVERTÜRMCHEN wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, soll dieser ganz besonders romantische Ort inmitten der Festungsanlage, gemäß dem Nutzungskonzept des Museums, als kleiner Pavillon Gelegenheit zum Kaffee~ oder Teetrinken nach dem sonntäglichen Spaziergang - im Innenraum für ca. 5 - 10, auf der Freifläche für ca. 50 Personen - bieten. Im Keller des Türmchens, der zu einer nachgebildeten Waffen- und Pulverkammer umgestaltet wurde, können die Besucher darüber hinaus Wissenswertes über das Schwarzpulver erfahren.

Pavillon_resize.jpg


Zurück zu „Kommentare“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 36 Gäste