Neues 701 - 2026-08-16

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Matthias
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Neues 701 - 2026-08-16

Beitragvon Matthias » Sa 15. Aug 2026, 10:01

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Ehrfried
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Re: Neues 701 - 2026-08-16

Beitragvon Ehrfried » So 16. Aug 2026, 14:57

Bahnschranke in der Ernst-Thälmann-Straße:
Ob ich in jungen Jahren von der „Aktivist Sporthalle“ zur Schule I musste, oder später in die Stadt wollte, zum Training oder zum Spiel, ins Kino, unter diesen „Sabotagebalken“ :shock: musste ich immer drunter durch! Das Ding war doch nur zu. :!:

Wer krabbelte denn damals bei Zeitdruck nicht durch - trotz Konflikt mit den damaligen und heutigen Vorschriften?
Sobald man von zu Hause los ging war die Schranke im Kopf, ist man pünktlich, schafft man es :?: :!:

Heute kann ich sie als „Alter Sack“ bei Terminen großräumig umfahren (E-Bike, Auto) :roll:

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Harald
Beiträge: 693
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Re: Neues 701 - 2026-08-16

Beitragvon Harald » Di 1. Sep 2026, 20:00

Ich komme.jpg

Mit diesen populären ANSICHTSKARTEN kündigten bzw. drohten unsere Altvorderen einen schon längst geplanten bzw. unerwartet überraschenden BESUCH bei ihren VERWANDTEN an & verwiesen per FOTO gleichsam auf das dafür genutzte VERKEHRSMITTEL – die überwiegend dampfgetriebene EISENBAHN.
Beim Betrachten der zwei „gegenläufigen“ ZÜGE fiel mir gleich mein einziger, schwarzhumoriger EISENBAHNERWITZ ein:

Bei der Abschlussprüfung wird der zukünftige SCHRANKENWÄRTER gefragt:
"Ein vollbesetzter PKW steht auf den SCHIENEN – die STRECKE ist eingleisig – die SCHRANKEN sind geschlossen – von rechts kommt der planmäßige D-ZUG, von links ein GÜTERZUG, was machen Sie?"
Nach kurzem Überlegen meint der Kandidat: "Ich hole meinen Schwager." "Warum denn das?"; "Na ja - der hat SOWAS auch noch nicht gesehen!"


Gl.auf-Schranken.jpg

BESCHRANKTE BAHNÜBERGÄNGE

Seit jeher hatten diese KREUZUNGEN zwischen STRASSE & EISENBAHN ihre ganz besonderen REIZE, aber auch ihre ganz besondere SYMBOLIK. Wie BAHNHOFSUHREN & FAHRPLÄNE übten auch BAHNSCHRANKEN eine GLEICHMACHER – WIRKUNG aus:
Sie boten dem KARREN des armen KLEINBAUERN genauso >HALT< wie dem FUHRWERK eines reichen HÄNDLERS, der schier endlosen MILITÄRKOLONNE ebenso wie dem einsam wandernden HANDWERKSBURSCHEN, der majestätischen dahingleitenden STAATSKAROSSE genauso wie der schaukelnden POSTKUTSCHE.
Darüber hinaus war der BAHNÜBERGANG allerdings auch der ORT, an dem staunende DORFBEWOHNER einen ERSTEN EINDRUCK von moderner MASCHINENTECHNIK erhielten.
Heutzutage genießen wir eine umgekehrte SITUATION:
Stolze „AUTOMOBILISTEN“ werden in ROT-WEISSE SCHRANKEN verwiesen & ihrem SCHNELLIGKEITSWAHN ein langes, geduldiges WARTEN verordnet. Sämtlichen Verkehrsteilnehmern zu Fuß & auf Rädern wurde eine, für das DDR-Verständnis ganz wichtige LEKTION erteilt:
„Wie überall, wird auch hier VIEL ZEIT MIT WARTEN VERPLEMPERT…!“
Die Lösungsvariante: „ICH KENNE DA NE ABKÜRZUNG !“ sollte man tunlichst ausblenden !

Unfall 1888.jpg

Die oben stehende ZEITUNGSMELDUNG aus dem Jahre 1888 übte ob ihrer erschreckend DETAILREICHEN SCHILDERUNG eines EISENBAHNUNFALLS. Scheinbar hielt die WIRKUNG der PUBLIKMACHUNG aber nicht allzu lange an, denn von gleichartigen VORKOMMNISSEN war in der Folgezeit im >Senftenberger Anzeiger< sehr häufig zu lesen.

Andreaskreuz.jpg

Ab 1932 wurde die REICHSBAHN-EINHEITSSCHRANKE eingeführt, für deren bestimmende Optik WARNKREUZE mit langen roten STREIFEN waren & deren MASTEN nach den amtlichen Vorgaben jener Zeit entweder aus HOLZ, BETON oder alten EISENBAHNSCHIENEN bestanden.
Das ÖFFNEN & SCHLIESSEN der SCHRANKEN durch muskelförderndes HANDKURBELN gehörte zu DDR-Zeiten zum Berufsbild der SCHRANKENWÄRTER & ~INNEN, deren amtliche DIENSTUNIFORM, wie unten zu sehen ist, sehr VARIABEL daher kam:

Schrankenwaerter.jpg

IN bzw. VOR seinem kleinen BAHNWÄRTERHÄUSCHEN sorgte er dafür, dass die SCHRANKE rechtzeitig die STRASSE sperrte – und kurbelte sie schnell wieder hoch, nachdem ein ZUG vorbeigefahren war. Heute gibt es den klassischen SCHRANKENWÄRTER gar nicht mehr, wohl auch wegen der gegen seine PERSON gerichteten, respektlosen ANFEINDUNGEN, verbalen BEDROHUNGEN & tätlichen ANGRIFFE , wie eine ÜBERSICHT der Bundesbahn-Direktion aus den 1950er Jahren beweist:

Taetlichkeiten.jpg

In der Folgezeit wurden viele BAHNÜBERGÄNGE von BRÜCKEN oder UNTERFÜHRUNGEN ersetzt. Wo das nicht möglich war, werden die SCHRANKEN gegenwärtig vom STELLWERK aus vollautomatisch & kontrolliert von SENSOREN gesenkt & gehoben.
Was man allerdings bis heute nicht eindämmen konnte, war das UMGEHEN & ~FAHREN von geschlossenen HALB~ bzw. das fußläufige UNTERQUEREN der noch verbliebenen VOLLSCHRANKEN.
Dass diese zu Recht verbotene „ZEITERSPARNIS-METHODE“ gleichsam die Zahl der EISENBAHNUNFÄLLE in die Höhe trieb, bewiesen zahlreiche ÜBERSCHRIFTEN von ZEITUNGSMELDUNGEN schon vor 100 Jahren:

Ueberschriften_resize.jpg

Die SENFTENBERGER BÜRGERSCHAFT machte auf lokale PROBLEME, wie STRASSENPFLASTERUNG & ~BELEUCHTUNG, letzteres auch auf BAHNSCHRANKEN zutreffend, per KURZBERICHTEN im >Senftenberger Anzeiger< aufmerksam, durch die ich erst gewahr wurde, dass eigentlich alle EISENBAHNLINIEN, die seit 100 Jahren unsere HEIMATSTADT durchqueren, bis Ende der 1920er Jahre nicht über BRÜCKEN, sondern EBENERDIG verliefen, was den BÜRGERN selbstredend, über Generationen hinweg, diverse (un)beschrankte BAHNÜBERGÄNGE mitsamt UNFÄLLEN bescherte:

SA Meldungen.jpg

SFB 1926.jpg

Als „ZEITUNGSFORSCHER“ stieß ich bei meiner Recherche zum Stichwort SENFTENBERG kürzlich auch auf den, mir bisher unbekannten, >FULDAER ANZEIGER<, und war erstaunt, dass die ZEITUNGSLEUTE dieser HESSISCHEN KREISSTADT, fernab der LAUSITZ, mit Landesgrenzen zu BAYERN & THÜRINGEN, sogar eine Vielzahl von NACHRICHTEN aus SENFTENBERG u.U. abdruckten – von denen ich nunmehr einige, zum aktuellen THEMA passende, zitiere:

Fuldaer Anzeiger.jpg

Beim aktuellen „UMHERIRREN“ in der Zeitungslandschaft fiel mir auch noch die, schon aus meiner Kindheit bekannte DDR-Kinderzeitschrift >BUMMI< vor die Füße, in der ich das klitzekleine >MÄRCHEN VON DER EISENBAHNSCHRANKE< fand, welches ich allen meinen KOMMENTARLESERN empfehlen möchte, sofern sie wissbegierige KINDER & ENKELKINDER besitzen, die sich gern für „KORREKTES VERHALTEN AN BAHNSCHRANKEN“ begeistern lassen:

Bummi.jpg

In diesem Sinne also: FREIE FAHRT !
Und sollten Sie auf einem SPAZIERGANG an einer SCHRANKE Halt machen müssen, kann man gemeinsam mit geschlossenen Augen um die Wette raten, WAS VORÜBER ROLLT: ein GÜTER~ oder PERSONENZUG ? Man kann es hören!

Abschließend erleben wir gemeinsam & ganz entspannt den ALLTAG der
POPULÄRSTEN SENFTENBERGER >GLÜCK-AUF-SCHRANKE<



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