Neues 674 - 2026-01-18

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Matthias
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Neues 674 - 2026-01-18

Beitragvon Matthias » Sa 17. Jan 2026, 10:19

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Harald
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Re: Neues 674 - 2026-01-18

Beitragvon Harald » So 25. Jan 2026, 18:16

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SICH MIT BRIEFMARKEN ZU BEFASSEN,

sie in sogenannten bunt gemischten „WUNDERTÜTEN" im Erdgeschoss des ehemaligen KAUFHAUSES bzw. schräg gegenüber in >KARICH‘S Schreibwarenladen< vom spärlichen TASCHENGELD zu erstehen, anfangs in kleinen SCHACHTELN, später in ALBEN zu sammeln, und gelegentlich klammheimlich in den SCHULRANZEN zu packen, um das aktuelle KONVOLUT dem „staunenden Publikum“ zu präsentieren, hin & wieder auch einige MARKEN zu „kaupeln“ (einzutauschen) bzw. sie in der AG „Junge Philatelisten“, die in den 1950er Jahren in meinem Geburtsort Senftenberg-West im >KLUBHAUS DER BERGARBEITER< ihr Domizil hatte, zu sichten & zu besprechen – galt im alltäglichen Sprachgebrauch als Standardbeispiel für FREIZEITBESCHÄFTIGUNG“ – später neudeutsch: als „HOBBY“!
Obwohl die Mitglieder unseres „BRIEFMARKENZIRKEL“ ihre mühsam erstellten EXPONATE lediglich bei kleinen AUSSTELLUNGEN in SCHULE & KLUBHAUS präsentieren konnten, sammelten wir eifrig weiter. Uns motivierte der SPASS an der Sache, die FREUDE darüber, BRIEFMARKEN in den Händen zu halten, die ein Stück ZEITGESCHICHTE wiedergeben – was heutzutage gar nicht mehr vorstellbar ist, denn das BRIEFMARKENSAMMELN ist leider zunehmend in VERGESSENHEIT geraten, weil kaum noch jemand POST~ & ANSICHTSKARTEN, geschweige denn BRIEFE schreibt …

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In „stillen Momenten“ erinnere ich mich allerdings gern an diese ZEIT zurück, als uns SCHULJUNGS (Mädchen kaum) die zahlreichen, meist großformatigen, überaus „preiswerten“, vor allem aber SCHÖNEN & BUNTEN BRIEFMARKEN aus „ÜBERSEE“ in ihren Bann zogen, auf denen BLUMEN, SCHMETTERLINGE, VÖGEL u.v.a. exotische TIERE abgebildet waren. Diesbezüglich wurden wir „ANFÄNGER“ aber bei regionalen & örtlichen TAUSCHBÖRSEN von den altgedienten „ZACKENFÜCHSEN“ gern „über den Tisch gezogen“: sie stillten unser Verlangen nach o.a. BUNTEN – und pickten sich dafür im Verhältnis 1:1 gezielt UNSCHEINBAR aussehende, dafür aber WERTVOLLERE Marken aus unserer Kiste heraus. Erst der vom AG-Leiter empfohlene Blick in einen BRIEFMARKEN-KATALOG ließ uns schlauer werden…
Offensichtlich ist BRIEFMARKENSAMMELN ein spannendes & überaus LEHRREICHES HOBBY – nicht allein deshalb, weil es GESCHICHTE, KUNST & KULTUR, sondern auch GENERATIONEN verbindet.
JEDER kann damit beginnen – egal, ob JUNG oder ALT.
Alles was man hierzu benötigt, ist NEUGIER & ein wenig GEDULD
.


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Aus meinem ERFAHRUNGSSCHATZ noch ein paar generationsübergreifende ANREGUNGEN & TIPPS zum wichtigen THEMA:
„WIE MAN BRIEFMARKEN RICHTIG SAMMELT“:

Für den EINSTIEG ist eine GRUNDAUSSTATTUNG erforderlich:
ein BRIEFMARKENALBUM zur sicheren Aufbewahrung & Präsentation der MARKEN, eine PINZETTE, um die MARKEN vor Beschädigung & Verschmutzung zu bewahren, sowie eine LUPE zum Betrachten feiner Details & Druckmerkmale.

KINDER können die BRIEFMARKEN aus der Familienpost, von Freunden oder aus >Startersets & Wundertüten< sammeln, JUGENDLICHE tauschen mit anderen Sammlern oder suchen online nach Spezialthemen und RUHESTÄNDLER haben oft genügend ZEIT, um ihre Sammlungen systematisch zu erweitern oder sich auf SPEZIALGEBIETE zu konzentrieren. Man kann nach LÄNDERN, THEMEN(z. B. Tiere, Sport, berühmte Persönlichkeiten) oder ERSCHEINUNGSJAHREN sortieren. Wichtig ist, ein SYSTEM zu finden, das FREUDE macht und übersichtlich bleibt. BRIEFMARKEN erzählen GESCHICHTEN und wer sich mit den MOTIVEN beschäftigt, lernt viel über GESCHICHTE, GEOGRAPHIE & KULTUR. Einen schönen sozialen Aspekt des Sammelns erlebt man, sofern vorhanden, im BRIEFMARKENVEREIN, wo man auf Gleichgesinnte trifft, mit denen man informative Gespräche führen, Marken tauschen & von ihnen lernen kann.
SPASS HABEN IST DAS WICHTIGSTE – ob man seltene MARKEN sucht oder einfach schöne MOTIVE sammelt – JEDE SAMMLUNG IST EINZIGARTIG & PERSÖNLICH WERTVOLL !

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PHILATELISTENVEREINE gibt es in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert. Nachdem 1869 in Dresden der >Sächsische Philatelistenverein“ gegründet wurde, entstanden In den folgenden Jahrzehnten in vielen Städten ähnliche Vereinigungen, die sich dem Austausch, der Forschung und der Pflege des Briefmarkensammelns widmeten.
1901 wurde schließlich der Bund Deutscher Philatelisten (BDPh) als Dachverband gegründet, der bis heute existiert.

In den 1950er Jahren erlebte die „BRIEFMARKENSAMMELEI“ in der DDR nicht von ungefähr eine außergewöhnliche BLÜTE.

Die DDR-Regierung erkannte nämlich schon sehr früh deren IDEOLOGISCHEN & WIRTSCHAFTLICHEN NUTZEN, erhob die BRIEFMARKEN flugs in den Rang eines KULTURGUTS & machte sie im Ausland zum AUSHÄNGESCHILD der jungen REPUBLIK. 1949 wurde der >Verband der Philatelisten der DDR (VDPh)< gegründet & in der Folgezeit gebührend gefördert. BRIEFMARKENSAMMELN wurde selbstredend als PÄDAGOGISCH WERTVOLL angesehen, da es die ORDNUNGSLIEBE fördert & das geschichtliche, geografische & politische WISSEN im Sinne der sozialistischen BILDUNG erweitert.
Im Handumdrehen richtete man daher in den SCHULEN >BRIEFMARKEN-ZIRKEL< ein, die später zu ARBEITSGEMEINSCHAFTEN „Junge Philatelisten“ mutierten, in denen KINDER erwartungsfroh das SAMMELN lernten. Viele gute ANREGUNGEN lieferte uns auch der ab 1952 am Zeitungskiosk feilgebotene >SAMMLER-EXPRESS<, die bekannteste und auflagenstärkste PHILATELIE – ZEITSCHRIFT der DDR.
In einer ZEIT, in der es wenig FREIZEITANGEBOTE gab, war das SAMMELN VON BRIEFMARKEN eine erschwingliche, sinnvolle und spannende BESCHÄFTIGUNG. Viele KINDER erhielten MARKEN aus dem AUSLAND über TAUSCHPARTNER (ich z.B. von meinem lettischen Briefpartner GIDON KREMER, einst Leninpionier, inzwischen weltberühmter GEIGER) oder VERWANDTE, was zusätzlich NEUGIER & BEGEISTERUNG weckte. Dabei mussten wir uns mit unseren durchaus attraktiven DDR-BRIEFMARKEN keinesfalls verstecken. Es gab schon damals viele künstlerisch gestaltete, thematisch interessante MARKEN – etwa zu Technik, Wissenschaft, Sport oder Friedensbewegungen, deren VIELFALT das SAMMELN besonders reizvoll machte. Und das INTERESSE an diesen kleinen "PAPIERSCHNIPSELN" sollte nun zielgerichtet auch bei den jungen WERKTÄTIGEN in den WERKEN & FABRIKEN geweckt werden, weshalb am allerdings nicht etwa arbeitsfreien >TAG DER BRIEFMARKE< von 1951 an für dieses HOBBY geworben wurde:

Tag der Briefmarke 1951_resize.jpg

(FORTSETZUNG FOLGT)


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