Neues 683 - 2026-03-22

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Matthias
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Neues 683 - 2026-03-22

Beitragvon Matthias » Sa 21. Mär 2026, 08:56

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Harald
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Re: Neues 683 - 2026-03-22

Beitragvon Harald » So 29. Mär 2026, 14:00

KIRCHENGLOCKEN sind seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil kirchlicher TRADITIONEN & dienen als akustisches ZEICHEN für GEBET, FEIER & GEMEINSCHAFT. Mit ihrem unverkennbaren KLANG rufen sie zum GOTTESDIENST, markieren feierliche ANLÄSSE & haben bei Gefahren auch eine WARN~ & SIGNALFUNKTION.
So auch die GLOCKEN unserer EVANGELISCHEN PETER & PAUL - KIRCHE, deren „ARBEITSWEISE“ man im nachfolgenden, fast viertelstündlichen VIDEO aus nächster Nähe betrachten & hören kann:


Ich lauschte am heutigen PALMSONNTAG einmal LIVE dem GLOCKENGELÄUT der EVANGELISCHEN KIRCHE SENFTENBERG, was nach alter Tradition in der >STILLEN WOCHE< vor OSTERN ja eigentlich durch RATSCHEN & KLAPPERN ersetzt werden sollte…Ich frage deshalb sicherheitshalber mal bei der EKD nach:

WANN GENAU LÄUTEN DENN NUN DIE GLOCKEN ZU OSTERN?
…und erhalte auf deren Webseite die folgende ANTWORT:

"Die KARWOCHE ist geprägt von BESINNUNG, GEBET & dem VERZICHT auf laute VERGNÜGUNGEN. In dieser Zeit (speziell am GRÜNDONNERSTAG) schweigen traditionell die KIRCHENGLOCKEN & die ORGEL. Stattdessen werden oft hölzerne RATSCHEN & KLAPPERN benutzt. Alte Bräuche besagen, dass man in diesen Tagen NICHT IN DER ERDE GRABEN oder WÄSCHE WASCHEN sollte, um die TOTENRUHE nicht zu stören.
In der EVANGELISCHEN KIRCHE gibt es KEINE einheitliche Regelung für das GLOCKENLÄUTEN zu OSTERN – wann & wie die Glocken erklingen, legt die LÄUTEORDNUNG der jeweiligen Landeskirche fest.
In der KARWOCHE kann zu folgenden ZEITEN geläutet werden:“

- Das Glockenläuten am Abend des GRÜNDONNERSTAGES erinnert an das LETZTE ABENDMAHL und daran, wie Jesus in der Nacht vor seiner GEFANGENNAHME voller Todesangst in Gethsemane betete.
- Am KARFREITAG ertönen maximal 3 Glocken. Zu folgenden Zeiten wird – je nach Region unterschiedlich – geläutet: Um 9 Uhr zur Erinnerung an die KREUZIGUNG, um 11 Uhr zur Erinnerung an das LEIDEN JESU, um 15 Uhr zur STERBESTUNDE und um 16 Uhr zur KREUZABNAHME. Danach schweigen die Glocken bis zum OSTERLÄUTEN am OSTERSONNTAG.
- Am KARSAMSTAG, dem Tag der GRABESRUHE Christi – auch „stiller Samstag“ genannt – läuten in der Regel KEINE GLOCKEN. Falls am Abend ein Gottesdienst gefeiert wird, ertönt nur EINE EINZELNE GLOCKE.
- Am OSTERSONNTAG ertönt vor oder nach dem Gottesdienst das OSTERLÄUTEN im „Plenum“, d.h. mit ALLEN zusammen läutbaren GLOCKEN. Damit endet die PASSIONSZEIT.
- Am OSTERMONTAG erklingen die Glocken dann vor & nach dem GOTTESDIENST wie an jedem Sonn~ oder Feiertag.

EHRWÜRDIGE BRÄUCHE AM SONNTAG VOR OSTERN

Gnadentag.jpg

Zu Beginn des MITTELALTERS entstanden in Deutschland am PALMSONNTAG allerlei BRÄUCHE & FESTLICHKEITEN:
Es kamen richtige UMZÜGE auf, die den EINZUG JESUS‘ IN JERUSALEM darstellen sollten. Mit einem REITER an der Spitze, der die PERSON des HEILANDES vorstellte, zogen die BEWOHNER der DÖRFER auf Wegen & Fluren umher. Dabei sangen Männer, Frauen & Kinder LIEDER, die an den Einzugstag von Jerusalem erinnerten, sie riefen „HOSIANNA“ & trugen dabei ZWEIGE vom ersten Grün. So ging der ZUG in die KIRCHE, wo die ZWEIGE geweiht wurden.
Danach zerstreute sich der ZUG, die geweihten ZWEIGE aber kamen in die DIELE, in die WOHNSTUBE & an das DACH, oder wurden auch in GÄRTEN & FELDERN aufgesteckt.
Im MITTELALTER galt der PALMSONNTAG häufig als FREUDEN~ & GNADENTAG, den weltliche & kirchliche OBRIGKEITEN benutzten, um SÜNDER & VERBRECHER von ihren STRAFEN loszusprechen. Da wurden LEIBESSTRAFEN & GELDBUßEN erlassen, SÜNDER kamen von den ihnen auferlegten KIRCHENBUßEN frei & LEUTE, die in SCHULDHAFT saßen, erhielten an diesem Tage die FREIHEIT.
AUF DEM LANDE finden wir heute noch mancherlei BRÄUCHE, die sowohl an den EINZUG JESUS‘, als auch an das Fest des FRÜHLINGSANFANGS erinnern, z.B. wird noch hier & da ein „PALMBAUM“ angefertigt, der mit allerlei BUNTEN SACHEN & FRÜCHTEN behängt wird.

PALMSONNTAG.jpg

In der EVANGELISCHEN KIRCHE ist der PALMSONNTAG seit altersher vielfach der TAG DER KONFIRMATION, an dem alljährlich Tausende von KINDERN vor den ALTAR treten, um im GOTTESHAUS die feierliche AUFNAHME in die KIRCHENGEMEINSCHAFT zu erleben, begleitet von den Glück~ & Segenswünschen ihrer Eltern & Angehörigen. Es ist für die meisten von ihnen ein WICHTIGER LEBENSABSCHNITT & für viele beginnt mit diesem Tage das SCHWERE RINGEN um das eigene FORTKOMMEN. Wenn sie sich später auf die GOLDENE KINDERZEIT, die guten HOFFNUNGEN & VORSÄTZE & jubelnden ORGELKLÄNGE des EINSEGNUNGSTAGES besinnen, bewahrheitet sich nur zu oft, und vielfach zu spät, die WEISHEIT, „dass der Himmel nicht immer voller Geigen hängt“…

Konfirmation 2018.jpg

Mit dem sogenannten PALMSONNTAG beginnt zugleich die traurige >KARWOCHE<, auch >STILLE WOCHE< genannt. Sie soll alljährlich an den Einzug Jesu Christi in Jerusalem erinnern.
In den HÄUSERN merkt man gerade in diesen Tagen oft wenig davon, dass sie STILLE WOCHE heißen soll. Vielmehr bemerkt man in den WOHNUNGEN ein böses RUMOREN; alles wird mehr oder weniger auf den Kopf gestellt. Es beginnt mit dem GROSSREINEMACHEN zu OSTERN, das bedeutendste „SCHEUERFEST“ des ganzen Jahres, sodass man von der STILLE der WOCHE nur wenig spüren kann. Gewiss tut das niemand aus bösem Willen. Es ist FRÜHLING geworden; da will man den STAUB des WINTERS aus den 4 Wänden los sein…
Man kehrt die WÄNDE, wäscht die FENSTER, klopft die POLSTERMÖBEL und vollführt dabei ein großes GETÖSE, meist nicht gerade zur FREUDE der Nachbarschaft. Die MÖBEL werden von ihrem Platze abgerückt & womöglich ins Freie gebracht & die ganze WOHNUNG – Wohn~ & Schlafzimmer, Küche & Vorraum – einer gründlichen SÄUBERUNG unterzogen.
Somit herrscht gerade in der STILLEN WOCHE überall in den Häusern eine förmliche ARBEITSWUT, die von dem GEDANKEN hervorgerufen wird:
„ZU OSTERN MUSS ALLES FERTIG SEIN, MUSS ALLES GLÄNZEN & BLINKEN!“
OSTERN ist das ersehnte FRÜHLINGSFEST, dem man auch nach außen hin alle EHRE erweisen will. Es verkörpert sich darin auch schon die VORFREUDE auf das FEST, und sie ist oftmals mehr als die anschließende FREUDE selbst. Es ist das STILLWERDEN & WARTEN, wie auf ein WUNDER.

Karwoche & Ostern.jpg

Vor OSTERN führt die GANZE WOCHE den NAMEN der STILLE. Er ist uns geläufiger & vertrauter, macht ihn menschlicher als das rein religiöse Wort „KARWOCHE“. In dem Wort „STILLE“ fühlt man nämlich auch zugleich das geheimnisvolle Walten draußen in der NATUR, man spürt darin die „LINDEN LÜFTE“, die nunmehr weckend & streichelnd über die Erde ziehen, KNOSPENAUGEN tun sich auf, das stille Geheimnis des WERDENS umfängt uns wieder. Man sollte daher wohl aufhorchen auf die STILLE WOCHE – denn sie ist voller WUNDER…“
…den sie ist die LETZTE WOCHE der >PASSIONSZEIT< und damit die wichtigste Woche des Kirchenjahres, in der die Christen des LEIDENS & STERBENS JESU CHRISTI gedenken.

Gruendonnerstag.jpg

Der GRÜNDONNERSTAG ist von der KIRCHE schon in sehr alter Zeit gefeiert worden & in der EVANGELISCHEN KIRCHE ist es heute noch BRAUCH, dass die KONFIRMANDEN, die am PALMSONNTAG eingesegnet worden sind, am GRÜNDONNERSTAG erstmalig zum ABENDMAHL zugelassen sind.
Die FRÖMMIGKEIT unserer Altvorderen hat gewiss schon früh dazu geführt & ist noch heute in vielen Gegenden üblich, dass am GRÜNDONNERSTAG, vielleicht in Anlehnung an das jüdische PASSAFEST, etwas GRÜNES, also Grünkohl, Spinat, Salat genossen wurde…
KARFREITAG & KARSAMSTAG gelten als „stille Tage mit besonderen gesetzlichen REGELUNGEN“ wie z.B. TANZVERBOT.

Verbote Karfreitag.jpg

Der nächste KOMMENTAR beschäftigt sich dann mit
>OSTERN IN SENFTENBERG VOR 100 JAHREN...<


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