Neues 475 - 2021-07-04

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Matthias
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Neues 475 - 2021-07-04

Beitragvon Matthias » Sa 3. Jul 2021, 13:33

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Frank66
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Re: Neues 475 - 2021-07-04

Beitragvon Frank66 » Mo 5. Jul 2021, 08:48

Man beachte die Massen an Mülltonnen. Sieht so aus wie pro Etage eine Tonne. Da hatte die Müllabfuhr mächtig zu tun.

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Harald
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Re: Neues 475 - 2021-07-04

Beitragvon Harald » Mo 5. Jul 2021, 18:44

OG POS_resize.jpg

ERSTER SCHULTAG


„Morgen ist für 2100 Jungen und Mädchen in unserem Kreis EIN BESONDERER TAG. Begleitet von den Eltern begeben sie sich zum ersten Male auf ihren SCHULWEG. Die Sechsjährigen werden in würdigen FEIERSTUNDEN in das Kollektiv ihrer Schule aufgenommen. Damit beginnt für sie EIN NEUER LEBENSABSCHNITT.
Ein neuer Abschnitt begann am Donnerstag auch für 55 ABSOLVENTEN der Lehrerbildungsinstitute. Nach einem umfangreichen STUDIUM nahmen sie ihre verantwortungsvolle Tätigkeit als LEHRER & ERZIEHER in unserem Kreis auf.
Aus vielen Teilen der DDR kamen diese jungen Pädagogen zu uns. Sie werden überall auf Rat und Tat ihrer älteren Kollegen rechnen dürfen, denn das Prinzip der SOZIALISTISCHEN HILFE gilt auch im SCHULWESEN. Es geht darum, das ganze Wissen und Können einzusetzen, damit an den Schulen allseitig gebildete,
für den Sieg des Sozialismus kämpfende junge Staatsbürger erzogen werden.“

(>Lausitzer Rundschau< / 3. September 1966)

Auch ICH hatte mich zu diesem Zeitpunkt in die Schar der oben erwähnten 55 ABSOLVENTEN eingereiht und begann nach 4-jährigem Studium am Pädagogischen Institut Halle (Saale) meine Lehrtätigkeit an der POS BRIESKE-OST, die später bis zur Wende, wie schon das Braunkohlenwerk und eine Straße, den Namen FRANZ MEHRING tragen durfte.
Dass wir so einfach, wie oben zu lesen, in diese Region KAMEN, war auch Augenwischerei, denn man konnte sich als frisch gebackener LEHRER seinen künftigen ARBEITSORT nicht aussuchen. Zur Auswahl standen lediglich industrielle DRECKSCHLEUDER-REVIERE oder die MECKLENBURGER WEITEN…Wer es in Großstädte, oder gar in die „Hauptstadt der DDR“ schaffte, hatte Glück oder Beziehungen nach oben.

EINWEIHUNG


„Um den STAATSTITEL wollen auch die Lehrer & Erzieher der neuen 5. OBERSCHULE in SENFTENBERG kämpfen. Direktor Horst K o ß gewann für sich bewährte Pädagogen aus anderen Schulen und von Tatendrang erfüllte Absolventen.
Neben der direkten Vorbereitung auf das neue Schuljahr stand täglich die bange FRAGE, ob der SCHULNEUBAU rechtzeitig fertig werden wird.
Die ZEITNOT saß den Bauarbeitern und Handwerkern wie der Teufel im Nacken. Die Lehrerinnen & Lehrer, die Hortnerinnen & technischen Mitarbeiter
der 5. OBERSCHULE sahen nicht tatenlos zu. Sie legten mit Hand an, wo immer es notwendig war. Rund 800 NAW-Stunden stehen jetzt auf ihrem Konto. Freiwillige Helfer aus dem Wohngebiet, Abgeordnete und auch Jungen und Mädchen eilten herbei, damit das Haus TERMINGERECHT fertig werde…
In freudiger Erwartung versammelten sich am ersten Schultag 600 KINDER vor dem Schulgebäude. Wie wird es in dem neuen Haus sein ? Welchen Klassenlehrer werden wir bekommen ?
Dies und vieles mehr bewegte die Jungen und Mädchen auf ihrem Schulweg. Das Schuljahr 1966/67 wird uns einen Schritt weiter bringen bei der Verwirklichung des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems. Lehrer, Schüler und Eltern stehen vor neuen AUFGABEN & PROBLEMEN.“

(Kreisredakteur Hermann Barth / LR vom 3.09.1966)

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NAMENSGEBUNG

„Der 2. Juli 1968 war für die Pioniere, FDJler und Lehrer der 5. POS Senftenberg EIN GROSSER TAG.
Die Schule sollte von diesem Tag an den Namen >OTTO GROTEWOHL< tragen.
Die Genossin Johanna Grotewohl, Gattin unseres 1964 verstorbenen Ministerpräsidenten, hatte zugesagt, an diesem so bedeutenden Ereignis persönlich teilzunehmen.
Lange und gründlich hatten sich alle darauf vorbereitet. Zwei PKW mit den besten Pionieren fuhren zur Autobahnabfahrt RUHLAND, um die Genossin Grotewohl von dort abzuholen.
Nach der sehr herzlichen Begrüßung wurde die Fahrt in Richtung SENFTENBERG fortgesetzt.
Inzwischen wurde in der SCHULE der hohe Gast mit Spannung erwartet. Ein PIONIERBLASORCHESTER aus Liebenwerda und der CHOR der Schule hatten sich vor dem Eingang aufgestellt, um den GAST gebührend zu empfangen.
Endlich war es dann so weit, der DIREKTOR der 5. POS konnte die Genossin Grotewohl begrüßen. Nach dem APPELL wurde dann die NAMENSVERLEIHUNG vorgenommen. Danach informierte sie sich vor allem auch über den Leistungsstand aller Schüler und speziell der Klasse 3a bei der Zeugnisausgabe. Nach einem FESTESSEN in der HOG "Stadt Senftenberg“ hatten die Schüler der 3. bis zur 10. Klasse die Möglichkeit, FRAGEN an die Genossin Grotewohl zu richten. Es war für alle ein großes Erlebnis.“
(>Lausitzer Rundschau< / Juli 1968)

ERINNERUNGEN


Wenn ich mich recht erinnere, startete meine „unbezahlte Nebentätigkeit“ als HEIMATFORSCHER im Jahre 2005, als die >Lausitzer Rundschau< ihre Leser in einer gesonderten Rubrik dazu aufforderte, RÄTSELBILDER in Form von historischen POSTKARTEN & FOTOS zu identifizieren. Diese AKTION weckte mein lokales Geschichtsinteresse und schon ein Jahr später wurde ich auf Grund meiner zahlreichen Leserbrief-Veröffentlichungen mit dem Ehrentitel
>STAMM-RÄTSLER< bedacht, was mich zur Fortsetzung meiner Aktivitäten in punkto HEIMATFORSCHUNG motivierte.
Am 9. September 2006 erschien mein "LESERBRIEF" unter der Überschrift >GROTEWOHL–WITWE WAR GAST<
und der folgenden Überleitung:
„Gemeinsam mit seiner Tochter schwelgte unser Stamm-Rätsler Harald Gleisner in Erinnerungen und fand die richtige LÖSUNG.“

KLasse_resize.jpg

„Bei dem abgebildeten Gebäude handelt es sich um die ehemalige Polytechnische Oberschule V mit dem Namen Otto-Grotewohl in Senftenberg.
>DU BIST JUNG, UND DARUM LERNE,
DENN DU WIRST DER ERBE SEIN !<
Mit diesem AUSSPRUCH, der vor dem Haupteingang der ehemaligen Otto-Grotewohl-Schule in der Straße des Bergmanns auf einer BRONZETAFEL zu lesen war, ermunterte mein SOHN mit einem Augenzwinkern seine kleine SCHWESTER zum Blick in die Schulbücher. Sie erhielt 1981 in dieser Schule ihre Zuckertüte. Da wir in der gleichen Straße wohnten, war ihr Schulweg nur ein Katzensprung. Ihr gefiel dieses Gebäude mit der STRAUSSENPAAR - Plastik, auf dem hin und wieder Schüler herum turnten. Johanna Grotewohl, die Witwe des ehemaligen ersten Ministerpräsidenten der DDR, war bei der Namensgebung zugegen.
IM ZEITRAUM VON 20 JAHREN wurden in Senftenberg nacheinander die Schulen IV (1964), V (1966), VI (1973), VII (1974), VIII (1978) und IX (1984) in damaliger Einheitsbauweise errichtet. Die Geburtenfreudigkeit der Senftenberger Mütter wurde damit in ziemlich eindeutiger Art und Weise repräsentiert.
Nachdem die HÖRLITZER SCHULE in ein KINDERHEIM umgewandelt worden war, besuchten auch Schüler aus Hörlitz und Umgebung die Schule V. Inzwischen wurde auch dieses Gebäude ein Opfer der sinkenden Schülerzahlen. Es wurde platt gemacht und an seiner Stelle trat ein EINKAUFSMARKT mit großem Kundenparkplatz.“

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Da zu DDR-Zeiten alle angeblich „planmäßigen Veränderungen“ im Bereich >VOLKSBILDUNG< beim „pädagogischen Fußvolk“ zumeist auf Unverständnis stießen, gab es bei der „aus heiterem Himmel“ verordneten UMSTRUKTURIERUNG der Senftenberger SCHULBEZIRKE ebenfalls viele IRRUNGEN & WIRRUNGEN, die jedoch mit der „sozialistischen Einheitspartei-Keule“ glatt gebügelt wurden, wie der nachfolgende WOCHENENDBRIEF beweist:
(>Lausitzer Rundschau< / 19.03.1966)

Umstrukturierung.jpg

Ich verbinde mit der GROTEWOHL-SCHULE vor allem bleibende ERINNERUNGEN AN MITSTREITER wie die Lehrer-Ehepaare STÖCK, HELDT & KESSELRING, sowie diverse EINZELKÄMPFER wie Musiklehrerin Brunhilde GELHAR oder Geschichtslehrer Hans-Jörg MÜLLER – mit Ersterer drückte ich schon die EOS-Schulbank, mit Letzterem haute ich in der >COMBO 64< in die Gitarren-Saiten…
Letztes sichtbares ÜBERBLEIBSEL der Schule ist das beliebte STRAUSSENPAAR:
(1) als lädiertes Kellerfund-Foto (2) als Original im Buch >Senftenberger Schulgeschichte< von Norbert Jurk (3) als einstiges Wahrzeichen & schließlich (4) als Ruhepol im Tierpark Senftenberg…

strauss_resize.jpg

Ein HERZLICHES DANKESCHÖN geht an meinen Heimatforscher-Kollegen NORBERT JURK,
der mir den Zugriff zu FOTOS aus seinem Buch >SENFTENBERGER SCHULGESCHICHTE< gestattete.


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