Neues 445 - 2020-11-08

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Matthias
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Neues 445 - 2020-11-08

Beitragvon Matthias » Sa 7. Nov 2020, 09:17

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Harald
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Re: Neues 445 - 2020-11-08

Beitragvon Harald » Mo 9. Nov 2020, 11:16

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"NICHT VIEL !" werden die meisten von uns ehrlich gestehen müssen. ELTERN & GROSSELTERN stehen in der Erinnerung noch lebendig da, auch wenn wir selbst schon alt und grau geworden sind, und aus altmodischen Bilderrahmen der kleinen >Ahnengalerie< blicken die vertrauten Züge unserer Lieben auf uns herab. Manches ERBSTÜCK aus ihrem Besitz ist uns noch erhalten geblieben: die mächtige EICHENTRUHE im Flur, der große REGULATOR im Wohnzimmer, der seit vielen Generationen mit zitterndem Klang den Ablauf jeder Stunde verkündet
– und mit viel Glück eventuell sogar HAUS & HOF.
Aber zwischen dem EINST & JETZT besteht kaum noch ein sichtbarer Zusammenhang; der LEBENSWEG unserer Vorfahren verliert sich im Nebel der Vergangenheit, und über ihren GRABSTEINEN wuchert das Moos. Längst sind ihre GEBEINE zu Asche geworden, ihre SPUREN verweht, ihre NAMEN verklungen. Und doch kreist das BLUT unserer Altvorderen noch heute in unseren Adern und wird auch nach uns in späteren Geschlechtern fortwirken.
In "stillen Stunden" hat gewiß schon mancher in den FAMILIENPAPIEREN geblättert und sinnend der Eltern, Großeltern und Geschwister gedacht oder den aufmerksam lauschenden Kindern und Enkeln von ihnen erzählt. Dann wird er oft mit Bedauern erkannt haben, daß das Gedächtnis LÜCKEN enthält, die,
falls AUFZEICHNUNGEN vorhanden wären, leicht ausgefüllt werden könnten.
Der NACHWEIS einer lückenlosen AHNENFOLGE, die sich zumeist in einem stilisierten STAMMBAUM widerspiegelt, gelingt allerdings zumeist nur den bodenständigen, sesshaften Geschlechtern. So gibt es z.B. auf dem Lande zahlreiche BAUERNHÖFE, die sich seit Jahrhunderten vom Vater auf den Sohn vererbt haben, und gleiches gilt in den städtischen Stammhäusern der HANDWERKER & GEWERBETREIBENDEN.
Hier ist der Sinn für TRADITION selbstredend aus der ursprünglichen Bodenständigkeit erwachsen.
FAMILIENFORSCHUNG ist aber keine Spielerei, sie fordert ernste Hingabe, denn es ist wahrlich eine mühevolle, zeitraubende, aber dennoch lohnende Arbeit, ein Stück FAMILIENGESCHICHTE aus uralten Fotos, Tagebüchern & sonstigen Aufzeichnungen, amtlichen Dokumenten aus Stadtarchiven, Kirchenbüchern, Zunftrollen oder alten Zeitungsartikeln bzw. ~inseraten zusammenzustellen.

Das dies sehr gut gelingen kann, stellte bei unseren Recherchen zur ehemaligen

FLEISCHEREI MOCH

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in der Klettwitzer Straße das Ehepaar PAHLISCH unter Beweis. Die EHEFRAU, eine geborene MOCH und somit Angehörige dieser >Familien-Dynastie<, stellte uns freundlicherweise ihre FOTO~ & DOKUMENTENSAMMLUNG zum Einscannen zur Verfügung und gab uns bereitwillig AUSKUNFT zu den vielen FRAGEN, die wir nicht nur zum „Stammvater“ JOHANN MOCH hatten,
der wahrlich eine „schillernde SFB-Zweier Persönlichkeit“ gewesen sein muss, wie die zahlreichen BEILEIDSBEKUNDUNGEN offenbaren, in denen er als
„lieber, unvergesslicher Mann, herzensguter Vater, Bruder & Onkel – Ehrenmitglied, Turnbruder mit humorvollem Wesen, Förderer der Turnsache – Zuchtkollege, Mitbegründer des Vereins, aufrichtiger Charakter, jedem ein Vorbild / guter Kamerad / eifriges Mitglied / treuer Mitarbeiter & Kollege“ gewürdigt wurde.
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GISELA PAHLISCH lieferte uns neben den FAMILIENFOTOS auch die dazugehörigen, akribisch gesammelten & dokumentarisch belegten FAKTEN auf sehr herzerfrischende Weise, wie die folgenden ZITATE aus dem mit ihr geführten Schriftverkehr beweisen:

„In der nächsten Woche besuchen wir eine 90 Jahre alte TANTE meines Mannes, die hier in HÖRLITZ geboren ist und bis 1959 auch hier gelebt hat. Vielleicht kann sie uns zur FLEISCHEREI MOCH noch den einen oder anderen HINWEIS geben. Jedenfalls ist sie geistig noch topfit.“

„Es ist wirklich sehr schwierig an Informationen zu kommen, da es praktisch niemanden mehr gibt; der dazu Angaben machen kann. Die Geschwister vom JOHANN MOCH lebten alle in Berlin, außer ANNA. Sie war mit Reinhard KARRASS verheiratet, der in SENFTENBERG eine KÄSEREI besaß. Vielleicht sagt Ihnen das was. Das war hinter den Schranken und lange Zeit stand da auch noch der Name der Tochter dran: " Haus Leni". Nach dem Tod seiner Frau, oder vielleicht auch schon früher, hat er sich dann mit der EMMA MOCH zusammen getan. Na ja, blieb halt alles in der Familie.“

„Das Datum des Fotos von 1913 halte ich für richtig. Die drei kleinen KINDER, die darauf zu sehen sind, wurden 1907, 1909 und 1911 geboren,
und wenn das Foto älter wäre, müssten sie kleiner sein.“

„Meine OMA hat übrigens lt. ihrem ARBEITSBUCH, ab 1909 in der Fleischerei in der Schipkauer Str. gearbeitet. Ich nehme mal an, dass sie zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Mann die FLEISCHEREI dort betrieben hat.
In unserem GRUNDBUCH ist zu lesen, dass das HAUS in der Klettwitzer Str.58a zuerst dem Fleischer J u r i s c h gehörte und im Jahr 1914
von JOHANN MOCH gekauft wurde. Das ist dann sicherlich auch das Jahr, in dem die FLEISCHEREI von der Schipkauer Str. in Hörlitz nach Senftenberg II in die Klettwitzer Str. umzog und aus den Erzählungen meiner Eltern weiß ich, dass beide Fleischereien niemals gleichzeitig betrieben wurden. Ich denke also, die FLEISCHEREI in der Schipkauer Str. wurde von 1909 bis 1919 betrieben und ab 1920 ging es in der Klettwitzer Str. weiter bis 1939.
Dann wurde mein Vati WILLI MOCH eingezogen und die FLEISCHEREI hatte KEINEN FLEISCHER mehr, musste also geschlossen werden.
Im Besitz meines Vatis war sie allerdings nie, wie man auch an der ANNONCE meiner Oma, die sie nach dem Tod ihres Mannes geschaltet hat, sehen kann.

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„Das Hochzeitsdatum von Emma und Johann ist uns nicht bekannt. Aber wenn ich mir die Geburtsdaten der Kinder ansehe, denke ich, die Emma hat mit 18 noch schnell vor der Geburt des 1. Kindes geheiratet (Ende 1916 oder Anfang 1917). Vielleicht findet man auch noch Todesanzeigen von PAUL MOCH, der ja sehr früh an Magenkrebs gestorben ist. Wenn man das genaue GEBURTSDATUM kennen würde, dann kann man sich das vielleicht zusammen reimen. Aber das muss früher, wie auch beim JOHANN MOCH, nicht unbedingt auf der Annonce erwähnt worden sein.“

Paul M._resize.jpg

„Die ganze FAMILIE war mit in der FLEISCHEREI beschäftig. Die KINDER mussten schon früh ran. Die beiden MÄDCHEN standen bis zu ihrer Hochzeit im LADEN und haben verkauft.“


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Falls SIE nun selbst LUST bekommen haben, der GESCHICHTE Ihrer eigenen FAMILIE nachzuspüren…
…in der Beilage „Aus der Heimat – für die Heimat“ zum >Senftenberger Anzeiger< wurden im Jahrgang 1928 zur

FAMILIENFORSCHUNG

folgende wertvollen HINWEISE gegeben:

„Zunächst ist es nötig, sich über die GRENZEN des Gebietes klar zu sein. Wer gleich einen STAMMBAUM (Elterntafel) aufstellen will, wird, wenn er vor der mit jeder Generation sich verdoppelnden Zahl der AHNEN steht, den Mut bald verlieren. Deshalb ist BESCHRÄNKUNG auf die GERADE LINIE der Namenträger (Stammtafel) anzuraten.
Die erste Arbeit soll darin bestehen, für jedes FAMILIENMITGLIED ein STAMMBLATT anzulegen. Es soll enthalten:
Vor~, Ruf~ und Zunamen, Geburtstag und ~ort, Taufe, Verheiratung, Kinder, Todentag, Begräbnisort.
In freier Darstellung kann der LEBENSGANG geschildert werden, besondere Eigenschaften oder Ereignisse werden vermerkt. Angefangen wird mit den jüngsten Familienmitgliedern und nun rückwärts gegangen soweit die ERMITTLUNGEN reichen.
Als GRUNDLAGE für die Aufstellung der STAMMBLÄTTER soll man möglichst ausschließlich URKUNDEN verwenden. Freilich werden FAMILIENURKUNDEN nur in beschränktem Umfange vorhanden sein und müssen nun NACHFORSCHUNGEN einsetzen. Dafür kommen in Frage für die Zeit rückwärts bis 1870 die STANDESÄMTER und für die Zeit weiter rückwärts bis etwa 1680 die KIRCHENBÜCHER.
In früherer Zeit sind letztere kaum geführt worden, soweit solche vorhanden waren, sind sie in den Wirren des 30-jährigen Kriegs meist durch Feuer und Raub zerstört worden. In vielen Fällen sind aus diesen weit zurückliegenden Zeiten aber noch KIRCHEN~ oder BEHÖRDENAKTEN vorhanden, die manchen Aufschluß geben können.
Man soll sich solche Nachforschungen nicht verdrießen lassen, manche wertvolle FAMILIENNACHRICHT kann dabei gefunden werden.
Die STANDES~ & PFARRÄMTER gewähren weitgehende Unterstützung gegen ganz geringe GEBÜHREN
Die STAMMBLÄTTER können nun zu einem BANDE gebunden oder geheftet, eine FAMILIENGESCHICHTE angehängt und die STAMMTAFEL lose beigefügt werden. Das erste Blatt des BUCHES enthält die Angabe, daß es sich um das >Familienbuch der Familie X< handelt und wer es hergestellt hat.
Zur Bekräftigung werden Orts~ & Zeitangabe und Unterschrift des Verfassers hinzugesetzt, ebenso wird auch die STAMMTAFEL abgeschlossen. Die URKUNDEN, die als Unterlagen für die Aufstellung der Stammblätter dienten, bewahrt man am besten wohl geordnet in einer besonderen MAPPE auf. Hierzu gehören auch BILDER, die mit gehörigen AUFSCHRIFTEN zu versehen sind, damit in späteren Jahren keine Zweifel über die dargestellte Persönlichkeit entstehen können.
So gestaltet, bietet das >FAMILIENBUCH< manche weihevolle STUNDE DER ERINNERUNG & DES GEDENKENS an liebe Angehörige.“

Wir wünschen allen VIEL SPASS bei einer, Ihnen von uns gewünschten, erfolgreichen FAMILIENFORSCHUNG !


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