Neues 444 - 2020-11-01

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Matthias
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Neues 444 - 2020-11-01

Beitragvon Matthias » Sa 31. Okt 2020, 09:25

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Harald
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Re: Neues 444 - 2020-11-01

Beitragvon Harald » So 1. Nov 2020, 15:49

Feste feiern_resize.jpg
Der MONAT OKTOBER ist voller GEDENKTAGE.
Einige Bundesländer haben sogar frei an diesen Tagen, doch die wenigstens kennen die Bedeutungen und Unterschiede:

Evangelische Christen feiern den 31. OKTOBER als Beginn der von MARTIN LUTHER propagierten kirchlichen ERNEUERUNG (lateinisch: REFORMATION), daher der Name REFORMATIONSTAG. Bei LUTHER, der als Mönch im Augustinerorden eingetreten war und in Wittenberg ein Theologie-Studium begonnen hatte, hinterließ vor allem der ABLASSHANDEL – man könne GELD zahlen und die SÜNDEN seien vergeben – einen bitteren Nachgeschmack.
Darum verfasste er insgesamt 95 Thesen und verbreitete sie unter den christlichen Gelehrten.
Mittlerweile ist dieses Datum aber fast bekannter wegen eines von irischen Einwanderern in die USA gebrachten Brauchs geworden, der seit einigen Jahren auch in Deutschland populär ist: HALLOWEEN.
In der keltischen Mythologie kehren an diesem Tag Verstorbene aus dem Totenreich zurück und ziehen mit Geistern und Dämonen umher.
Umzüge, gruselige Streiche und Partys gehören ebenso dazu, wie die vielen verkleideten Kinder an den Haustüren, welche "Süßes oder Saures“ fordern.

Bereits einen Tag später, am 1. NOVEMBER feiern die Menschen in Baden-Würtemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland den katholischen Gedenktag ALLERHEILIGEN. Mit dem Fest gedenkt die Katholische Kirche nicht nur heiliggesprochener Frauen und Männer, sondern auch jener Menschen, die ihren Glauben eher unspektakulär gelebt haben.

Ein weiterer katholischer Gedenktag, allerdings kein gesetzlicher Feiertag, findet am 2. NOVEMBER statt: ALLERSEELEN.
Das Fest ist der eigentliche TOTENGEDENKTAG der katholischen Kirche. Gläubige schmücken die Gräber und stellen "Seelenlichter" auf, leisten Fürbitten & beten für die Seelen im Fegefeuer, die nach Auffassung der Kirche noch keine volle Gemeinschaft mit Gott erreicht haben.
Inzwischen wird das SCHMÜCKEN DER GRÄBER zumeist schon an ALLERHEILIGEN vorgenommen, denn der Volksglaube behauptet, dass man an diesem Tage einen FRIEDHOF besuchen müsse, weil FRIEDHOFSERDE, die man an diesem Tage nach Hause bringe, GLÜCK bedeute, auch wenn sie nur an den Schuhen hafte. Schon die Nacht vor ALLERHEILIGEN soll allerhand Wunderbares bergen: man kann um Mitternacht NÜSSE ins Feuer werfen, um aus ihrem langsamen oder schnellen Verbrennen „die Zukunft zu bestimmen“, und KINDER, die in dieser Nacht zur Welt kommen, sollen ihr Leben lang über geheimnisvolle Wunderkräfte verfügen. Eigenartig ist auch der BRAUCH, einem Gänserich die Augen zu verbinden, worauf die jungen Mädchen so lange um ihn herumlaufen, bis er eine von ihnen am Kleide gepackt hat. Von dieser „Glücklichen“ heißt es dann, daß sie im Laufe des kommenden Jahres sicher HOCHZEIT halten werde. Sehr oft begegnet man dem ABERGLAUBEN, daß während der ALLERHEILIGENNACHT alle Fenster im Hause verschlossen sein müssen, weil sonst die BÖSEN GEISTER hereinkommen.

R-Broetchen_resize.jpg

Übrigens wird der REFORMATIONSTAG von den BÄCKERN in Mittel~ & Ostdeutschland durch die Anfertigung sogenannter REFORMATIONSBRÖTCHEN geadelt. Es ist ein süßes HEFETEIG-GEBÄCK (ca. 13 cm Durchmesser), das am ehesten mit Kuchenbrötchen vergleichbar ist, sehr lecker schmeckt und am REFORMATIONSTAG deshalb buchstäblich in aller Munde ist.
Es soll eine >LUTHERROSE< mit 5 Blättern, das SIEGELZEICHEN Martin Luthers, symbolisieren. In der Mitte zeigt diese ein rotes HERZ mit einem KREUZ, welches beim REFORMATIONSBRÖTCHEN durch einen Klecks KONFITÜRE in der Mitte plus 2 kreuzweise darüber gelegte TEIGSTREIFEN angedeutet wird. Reformationsbrötchen, die nur 4 statt der 5 Blätter abbilden, entstammen entweder der Unkenntnis des Herstellers oder sind für den Fertigungsprozess vereinfacht worden.
Die ZUBEREITUNG wird nachfolgend kurz erklärt:

Zutaten_resize.jpg

"Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte Hefe, Zucker und 8 EL von der Milch geben, vermischen und mit etwas Mehl bestreuen. Warm stellen, bis der Vorteig aufgegangen ist. Mit der weichen Butter, Mandeln, Rosinen, Zitronenschale und Zitronat vermengen, die Milch zugeben und alles zu einem Teig verarbeiten. Gehen lassen, bis der Teig doppelt so groß ist.
Den Teig kneten, ausrollen und Vierecke von 12 x 12 cm ausrädeln. Die Ecken einschlagen, so dass die Spitzen in der Mitte zusammenstoßen.
In die Mitte je einen Teelöffel Konfitüre geben, nochmals gehen lassen und im vorgeheizten Backofen bei 200 – 220 Grad 20 Minuten backen lassen.
Mit Puderzucker bestreuen."


Es gibt inzwischen 3 verschiedene THEORIEN zur Abstammung des REFORMATIONSBRÖTCHENS:

(1) es soll eine BISCHOFSMÜTZE (Mitra) aus der Reformationszeit darstellen,
(2) jede der 4 Ecken soll einem MITSTREITER Luthers gewidmet sein,
(3) Der Reformator hatte zu Lebzeiten seine Schriften mit solch einem BILDSTEMPEL versehen.


Brot_resize.jpg

Als Äquivalent zum REFORMATIONSBRÖTCHEN ist das rund und deutlich größere REFORMATIONSBROT bekannt,
welches in verschiedenen Größen von 250 bis 1000 Gramm angeboten wird.
Früher wurde dieses Gebäck auch als PFAFFENKÄPPCHEN oder TETZELMÜTZE (nach dem gleichnamigen Ablass-Krämer benannt) bezeichnet. Der Teig entspricht in etwa einem leichten STOLLENTEIG mit weniger Butter und Rosinen als in einem traditionellen Christstollen. Meist werden die REFORMATIONSBROTE mit heißer Aprikosenkonfitüre bestrichen und anschließend mit Fondantglasur überzogen sowie ggf. mit Mandelblättchen bestreut.

Diese SÜSSEN GABEN ZUM REFORMATIONSTAG werden selbstredend nur im Oktober gebacken.
Da heute der Monat NOVEMBER eingeläutet wurde, ist es für dieses Jahr vorbei mit dieser Köstlichkeit.
Daher gilt nur noch: VORMERKEN für 2021:

REFORMATIONSBRÖTCHEN IN VIELEN VARIATIONEN ! :o

Leckerei_resize.jpg


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