Neues 363 - 2019-02-24

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Matthias
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Neues 363 - 2019-02-24

Beitragvon Matthias » Fr 22. Feb 2019, 15:53

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Harald
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Re: Neues 363 - 2019-02-24

Beitragvon Harald » Fr 22. Feb 2019, 17:59

Boxen Historie_resize.jpg

BOXEN
ist eine Kampfsportart mit langer Tradition.

WETTKÄMPFE MANN GEGEN MANN gibt es wohl schon seit Anbeginn der Menschheit, die ersten organisierten FAUSTKÄMPFE wurden bereits 3000 Jahre v. Chr. in Ägypten ausgetragen. Allerdings unterlagen diese Kämpfe meist keinen Regeln und waren nicht als Sportart, sondern als KAMPF AUF LEBEN UND TOD anzusehen.
Die URSPRÜNGE des modernen Boxsportes liegen im 17. und 18. Jahrhundert in England.
Allerdings ist die damalige Form des Boxens mit der heutigen nicht vergleichbar, da die Hände nicht bandagiert wurden und die Knöchel frei lagen.
Erst 1743 wurde ein großes REGELWERK ZUM BOXSPORT veröffentlicht. So durfte man beispielsweise keinen Gegner mehr schlagen, der am Boden liegt, auch Tiefschläge waren seither verboten. Die wichtigsten Neuerungen waren die EINFÜHRUNG DES BOXRINGES und die Pflicht die Hände zu bandagieren, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.
Erst ab 1892 wurde durchweg nur mit BOXHANDSCHUHEN geboxt.
Seit den Olympischen Spielen 1904 in St. Louis ist BOXEN als olympische Disziplin zugelassen. In Deutschland wurde 1906 der erste offizielle BOXVEREIN gegründet.
SENFTENBERG hat sich verhältnismäßig schnell besonnen und schon 13 Jahre später den bereits erwähnten
BOX~ & RINGSPORT-KLUB aus derTaufe gehoben, unter dessen Führung bald darauf ein wahrer >BOX-BOOM< in unserer Region eingeläutet wurde. Wenn im "Gesellschaftshaus" oder im "Schützenhaus" in Senftenberg, in der „Kaiserkrone" in Marga oder im „Reichsadler“ in Senftenberg II DIE FÄUSTE FLOGEN, dann waren nicht nur „harte Männer“, sondern auch „weichherzige Frauen“ im Publikum zu finden.
Und was dann wie wo abging, konnte man im >Senftenberger Anzeiger< in den REPORTAGEN nachlesen, wie die zwei nachstehenden Beispiele zeigen, die eventuell bei PERSONEN der Altersgruppe Ü 70 begeisterte Ausrufe auslösen könnten:
"HURRA, DAS WAR MEIN OPA, DER DAMALS PER MAGENSCHLAG DEN KAMPF GEWONNEN HAT!" :D :

Boxen 5_resize.jpg

21./22.08.1920
„Die am Sonnabend und Sonntag veranstalteten BOXKÄMPFE waren leider am Sonnabend schwach besucht, was wahrscheinlich eine Folge der in letzter Zeit hier gezeigten sogen. ABMACHUNGSKÄMPFE war. Seitens des >BOX~ & RINGSPORT-KLUBS< waren 8 Kämpfer angetreten, die sich sämtlich gut im Kampfe zeigten. Zu bemängeln wäre nur, daß sämtliche 8 Mann zu wenig oder gar keine FUSSTECHNIK hatten. Nachfolgend wollen wir die KÄMPFE im einzelnen kurz erwähnen:

SONNABEND
1.Kampf / Kaßel – Lukas:
K. gut im Angriff, deckt den Kopf nicht. L. nutzt dies aus,
K. hat schon in der 1. Runde NASENBLUTEN, hält bis zur 5. Runde aus und erleidet dann einen NASENBEINBRUCH,
weswegen er in der 7. Runde aufgeben muß.

2.Kampf / Flieger – A. Sulkowski:
S. ist gut in Angriff und Taktik, schlägt aber zu weich. F. bringt in der 3. Runde harten MAGENSCHLAG an.
S. geht zu Boden und wird ausgezählt.

3.Kampf / Panzer – F. Sulkowski:
S. schlägt mit den Armen wie ein paar WINDMÜHLENFLÜGEL herum.
P. ist schlecht in Taktik und Verteidigung und gibt in der 2. Runde auf.

4.Kampf / Schiemenz – Tomiak:
Sch. ist in Angriff, Taktik und Verteidigung besser als T.
Sch. erhält NASENBLUTEN und gibt, nachdem er manchen HARTEN SCHLAG in Empfang genommen, in der 4. Runde auf.

5.Kampf / J. Sulkowski – Lukas:
Dieser Kampf ist der beste, der innerhalb der Vereinsmitglieder geliefert wurde. S. ist in Angriff und Taktik überlegen, L. gut in Verteidigung.
Nach 10 Runden wird S. mit 13:8 Punkten als Sieger erklärt.

SONNTAG
1.Kampf / Lukas – F. Sulkowski:
S. verfällt in seine alte Taktik, kneift AUGEN ZU und schlägt wie
WILD DRAUFLOS. L. läßt sich verblüffen, vergißt Deckung und muß in der 3. Runde aufgeben.

2.Kampf /J. Sulkowski – Flieger:
S. wieder gut in Angriff und Taktik, muß aber in der 2. Runde von F. RECHTEN HAKEN in Empfang nehmen und wird ausgezählt.

3.Kampf / Flieger – F. Sulkowski:
S. kann seine Taktik in diesem Kampfe nicht anbringen. F. wird wegen Kampf in andauernd GEBÜCKTER STELLUNG einmal verwarnt,
und bringt in der 3. Runde zwei MAGENSTÖSSE an.
S. geht zu Boden und wird ausgezählt.

Besonderes Interesse erregte der HERAUSFORDERUNGSKAMPF --- Beyer (Guben) gegen den Amerikaner Charton.
Beide Boxer waren sowohl Sonnabend als Sonntag in blendender Form. Hier zeigt sich (namentlich bei Charton) technische FUSSARBEIT und technische KAMPFESWEISE überhaupt.
Nach 10 Runden mußte der Kampf auch am Sonntag als unentschieden abgebrochen werden.
Hoffentlich haben unsere AMATEUR-BOXER aus diesem Kampfe soviel gelernt, daß sie namentlich STOPPSTÖSSE usw. in ihren nächsten Kämpfen besser anzubringen verstehen.
In dem HERAUSFORDERUNGSKAMPF Löder (Grube Ilse) gegen Kowal (Senftenberg) zeigte sich letzterer in allem überlegen.
L. hatte anscheinend zu wenig Training und mußte in der 3. Runde wegen HANDVERSTAUCHUNG aufgeben.
Zusammengefaßt bildeten die Kämpfe tatsächlich ein
SPORT-EREIGNIS, welches uns hier wahrscheinlich nicht so bald wieder geboten wird.“ (R.B.)

Boxen 1_resize.jpg

27.11.1921
„Am Sonntag wurden die ENTSCHEIDUNGSKÄMPFE um die Clubmeisterschaft ausgetragen.
Der BOX~& RINGSPORTKLUB Senftenberg brachte wiederum den Beweis, daß durch fleißiges Trainieren alles erreicht werden kann; die artistischen Leistungen waren hervorragend und zeigten uns, daß im Verein nicht nur geboxt, sondern auch KÖRPERKULTUR jeglicher Art betrieben wird.

Als erstes Paar erschienen Walter Billig und Willy Steklina, (Bantamgewicht) Der Kampf wurde in der 1. Runde gut durchgeführt und alle Chancen waren auf Seiten des hoffnungsvollen Kämpfers Walter Billig. Leider brach er den Kampf infolge ÜBERMÜDUNG ab. So wurde laut Reglement Willy Stecklina als Sieger erklärt.
Als nächstes Paar kämpfte der Türke Risa Ibrahim gegen Erich Pettke (Halbschwergewicht). Erich Pettke siegte knapp nach Punkten. Als nächstes Paar betraten den Ring Paul Duziak und Willy Walter (Federgewicht). In der 3. Runde gab Paul Duziak infolge HANDVERLETZUNG den Kampf auf und Willy Walter wurde als Sieger erklärt. Als 4. Paar erschienen Alfred Lukas und Otto Dreffke (Weltergewicht). Dreffke geht sofort zum Angriff über, während Lukas gut stoppte sowie durch FLINKE BEINARBEIT den stürmischen ANGRIFFSMUT meistern kann. Beide kämpfen mit wechselndem Glück bis zur 4. Runde. Weil in derselben noch keine endgültige Entscheidung herbeigeführt wurde, mußte eine ZUSATZRUNDE eingesetzt werden, welche die endgültige Entscheidung zu bringen hatte. Der EHRGEIZ der beiden Kämpen machte den Wettstreit zu einem äußerst interessanten. Sieger wurde nach dem Punktsystem Alfred Lukas.
Jetzt kletterten Oskar Schiemenz und Bruno Schludowitz (Leichtgewicht) durch die Stricke. Blitzschnell bewegten sich beide Gegner.
Schiemenz hatte eine BESTECHENDE KAMPFWEISE, wie sie nur bei gut routinierten Boxern anzutreffen ist. SICHERHEIT im Auge und im Schlag zeichnen ihn besonders aus, was von guter Schule zeugt. Schludowitz arbeitet vorsichtig und deckt gut ab, muß jedoch trotzdem mehrere STOPPSTÖSSE einstecken.
Er bricht den Kampf in der 2. Runde wegen NASENBLUTENS ab und Oskar Schiemenz geht demnach als Sieger hervor.
Als letztes Paar betraten Artur Panzer und Paul Scholka (Mittelgewicht) den Ring. Alle beide gut in Form, von wundervollem Körperbau,
HART IM NEHMEN & GEBEN. Paul Scholka als Exmeister seiner Gewichtsklasse, hat sein Können schon wiederholt, u.a. auch dadurch bewiesen,
daß er selbst Herrn Kowal 10 Runden standhielt.
Da nach den Satzungen B.B.V. Amateure nur 4 Runden kämpfen dürfen und nur eine Zusatzrunde zulässig ist, können derartige qualifizierte Boxer, wie die obigen, schwer ein genaues Resultat erzielen, weil sie schon in die Berufsklasse gehören müssen, um ihr Können bis zur HÖCHSTEN VOLLENDUNG entfalten zu können.“

ÜBRIGENS:
Wenn heutzutage FRAUEN in den Ring klettern, um boxend ihre Kräfte zu messen, dann ist das keineswegs „Neuland“, denn sie folgen damit nur einer uralten TRADITION. Schon im 18. Jahrhundert droschen auf LONDONS JAHRMÄRKTEN wilde Weiber aufeinander ein, taten es den Kerlen gleich, prügelten sich mit nackten Fäusten, trugen Namen wie die „Sprottenverkäuferin“, die „boxende Hufschmiedin“ oder einfach nur der „Prellbock“.
Mit SPORT hatte diese brutale Form des ENTERTAINTMENTS wenig zu tun, es befriedigte eher die gewöhnlichen Triebe
wie SENSATIONSGIER & VOYEURISMUS und bediente darüber hinaus nur die WETTLUST der Briten. :roll:

Frauenboxen_resize.jpg


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