Und weiter geht es mit der Umgestaltung der nördlichen Ernst-Thälmann-Straße. Dazu drehe ich die Uhr, nachdem ich in der Vorwoche ziemlich vorgeprescht war,
diesmal auf das Ende der 1960er Jahre zurück. Alle heute vorzustellenden Fotografien sind maximal Mitte 1969 entstanden. Woran ich das fest mache? Na am (Noch-)Vorhandensein der
Hausnummer 9. Das Haus, das zwischen Ende des Krieges und dem Juni 1969 wie ein Zahn aus den angrenzenden Ruinen oder Brachen herausragte, war viele Jahre als Gasthaus zur Börse
bekannt. Vor zwei Wochen stellte ich ein Foto vor, welches das Gebäude mit der Aufschrift Fremdenhaus zur Börse zeigt. Der Austausch von "Gast" zu "Fremden" wird aber sehr
wahrscheinlich schon in der ersten Hälfte der 1940er vollzogen worden sein. Ich bezweifle, daß das Haus nach dem Krieg überhaupt noch in Sachen "Kost & Logis" genutzt wurde.
Ein Branchen-Adressbuch aus dem Jahr 1947 listet nichts in dieser Richtung.
Sicher ist hingegen, daß sich an der Adresse irgendwann ein KONSUM-Möbelhaus befand. Als Beweis mögen die beiden nachfolgenden Fotografien dienen auf denen
man erkennen kann, daß der einstmalige "Börsen"-Schriftzug mittlerweile durch eine "Möbelhaus"-Aufschrift ersetzt worden war. Der Zustand dieses Bereiches (gemeint ist die
abblätternde Farbe) lässt darauf schließen, daß dieser Schriftzug nicht erst in den letzten zwei Jahren dort angebracht worden war. Das heißt, die Möbelhaus-Funktion dauerte zum
Zeitpunkt der Aufnahme schon etwas länger an. Wie lange, das könnten vielleicht ältere Senftenberger noch rekapitulieren. Ich war da noch Quark im Schaufenster.

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Hans Lange schreibt in seiner "Senftenberg-Chronik" zu diesen beiden Fotos: Das Möbelhaus in der Ernst-Thälmann-Straße ist
Mitte Juni 1969 wegen Einsturzgefahr gesprengt worden, während das Nachbargebäude schon eher eine Lücke hinterlassen hatte.
Ergänzend noch eine weitere Aussage (andere Quelle): Die "Börse" rutschte angeblich der "Kriegsschäden" wegen. Doch die Tonnen- und Kreuzgewölbe
des Hauses hatten keinen Halt mehr als das Nebenhaus abgerissen wurde.
Dazu das Foto unten, das zeigt wie man noch versuchte das Haus zu stützen nachdem man sich auf dem Nachbargrundstück (Nr.11) schon
in den Boden gewühlt hatte. Das konnten wir aber schon auf der Aufnahme links oben ausmachen.
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Aufnahme = 1969 Archiv der Stadt Senftenberg
Das Foto hier oben kursiert mit der Beschreibung 1969 - Bau der Gasleitung in der Ernst-Thälmann-Straße. Ich habe aufgrund
der nicht zu übersehenden Erdarbeiten eigentlich wenig Zweifel an dieser Zuschreibung. Da wir hier (noch) das Haus Nr.9 sehen, kann
es tatsächlich nicht später gewesen sein.
Desweiteren erkennt man auf diesem Foto auch die großflächige Reklame an der Mauer, die von der Hausnummer 19 übrig geblieben war und die ich in der Vorwoche kurz angeschnitten hatte.
Unter dem Strich bleibt festzuhalten daß im Sommer 1969 das Haus Ernst-Thälmann-Straße 9 vom Erdboden verschwand und Platz für einen Neubau machte.
In dessen Gefolge erlosch auch die benachbarte Hausnummer 7 denn das neuerrichtete Haus überspannt dieses (ehemalige) Grundstück. Ähnliches gilt für
die früheren Hausnummern 11 bis 15. Doch das ist Thema einer weiteren Neues-Seite, die hinsichtlich der Umgestaltung der Ernst-Thälmann-Straße den
Zeitbereich zwischen 1970 und 1976 betrachten wird. Aber nicht gleich in der nächsten Woche. Mir fehlt tatsächlich noch Bildmaterial um die
Entwicklung gebührend zu illustrieren.
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