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Änderung im Plan. Eigentlich hatte ich vor bei meiner Analyse der Veränderungen an der Nordseite der Ernst-Thälmann-Straße (Kreuzstraßenabschnitt) chronologisch
vorzugehen. Jedoch warte ich noch auf das Auffinden einer Fotografie, die ich in Norbert Jurks 2017er Buch fand und die ziemlich sicher aus dem Senftenberger
Stadtarchiv stammte. Nur kann man/ich sie dort aktuell nicht finden.![]() In dieser Angelegehnheit werde ich demnächst einen weiteren Anlauf unternehmen und deshalb heute an das andere Ende des Zeitstrahls gehen und quasi die Geschichte von hinten aufrollen. Zumindest so weit sie fotografisch belegbar und nicht jünger als 1989 (mein persönliches Betrachtungsende) ist. |
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Den Anfang mache ich dabei mit der - nach meiner Einschätzung - jüngsten Aufnahme, die ich
aufgrund fehlender sachdienlicher Details auf <= 1989 eintakte. Hierbei orientiere ich mich an der doch vergleichsweise üppigen Vegetation auf der - wie erinnern uns - 1967 geschaffenen "Grünfläche" an der Stelle, wo sich einst die Hausnummer 25 befand. Diese, durch Grünzeug leidlich kaschierte Baulücke wird komplettiert durch die immer noch fehlende Bebauung der Hausnummer 19. Wenn man mal von der Mauer absieht, die an dieser Stelle seit ca. Mitte der 1950er Jahre den Lückenschluß darstellte und während dieser Zeit für allerlei großflächige Reklameaufschriften herhalten durfte. Wobei diese Form der Kundeninformation mit Ende der 1970er wohl ein Auslaufmodell war. Mit der durch die SED 1976 verordneten Streichung sämtlicher Werbe-Etats für die volkseigenen Betriebe verschwand nicht nur die Reklame im DDR-Fernsehen, auch die Außenreklame und Werbung in Druckerzeugnissen wurde massiv zurückgefahren. |
Aufnahme < 1989
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Einige Jahre später - 1990 - wurde nicht nur die berühmte Mauer, die Ost- und Westberlin trennte, geschliffen, nein auch die "Senftenberger Mauer"
an der Hausnummer 19 wurde eingerissen und nach sage und schreibe 45 Jahren erfolgte der finale Lückenschluß durch Bau eines Hauses. In dessen
Parterre hielt im August 1991 die Buchhandlung "Glück Auf" Einzug um für die nächsten 33 Jahre ein fester Bestandteil der Senftenberger Einkaufswelt
zu sein und darüber hinaus bei der Herausgabe von 3 Handvoll Heimatbücher (Forkert, Jurk) entscheidend mitzuwirken. Ende 2024 gab das Ehepaar Britta und Axel Schmidt aus gesundheitlichen Gründen die Inhaberschaft der Buchhandlung auf. Doch der Laden blieb den hiesigen Lesern bis heute erhalten. Nunmehr unter der Ägide der Firma Hugendubel. Davon ahnt man auf der Fotografie rechts noch nichts. Wie angedeutet: irgendwelche Anhaltspunkte aus denen man sicher ein Entstehungsjahr ableiten kann sind darauf nicht enthalten. Doch ich bleibe bei meiner Taxierung auf die 1980er. Besonders weil wir über Aufnahmen verfügen, die 100%ig auf 1976 datierbar sind und die in bereits erwähnter Grünanlage keinen hohen Bewuchs zeigen. Und genau diese Fotos folgen nun...
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Dies gilt mittlerweile für den Großteil der Senftenberger Innenstadt. Und da möchte man gegensteuern bzw. die Entwicklung umkehren. Ob aber die angestrebte Mitgliedschaft Senftenbergs
in der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg“ die passende Medizin ist?
Diese Bestrebungen gibt es offenbar schon mindestens seit zwei Jahren doch erst vor kurzem wurde die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis gesetzt. In ein paar Tagen soll nun der Prozess mit
den Stimmen der Stadtverordneten in die letzten Bahnen gelenkt werden. Von besagter Mitgliedschaft erhofft man sich allerhand Effekte für die Stadt und
betrachtet die 10.500 Euro Jahresbeitrag als eine gute Investition in die Zukunft. Die Beschlussvorlage für die nächste SVV führt über zweieinhalb DIN A4-Seiten
aus, welche Chancen sich als 32. Mitglied dieser AG ergeben könnten. Ob das letztlich alles so eintritt, bleibt abzuwarten. Was ich ein wenig merkwürdig finde... in den Unterlagen der AG selbst steht folgendes zu dieser Grundvoraussetzung: Die Mitgliedsstädte weisen im historischen Stadtkern überwiegend historische Bebauung auf. Von überwiegend historischer Bebauung wird ausgegangen, wenn mindestens 3/4 der baulichen Substanz vor dem Jahr 1914 errichtet wurde und die Fassaden der Gebäude die stilistischen Merkmale ihrer Entstehungszeit erkennen lassen. Okay, 4 Jahre sind nicht die Welt und während des 1. Weltkriegs hat sich die Bautätigkeit in Senftenberg sicher in engen Grenzen gehalten. Und um (zahlende) Mitglieder zu gewinnen, wird man sicher das eine oder andere Auge zudrücken. Komisch ist diese Diskrepanz zwischen den offiziellen Dokumenten trotzdem. Das 1918, von dem die Stadtverwaltung spricht, findet sich in gewisser Weise auch in einer Grafik wieder, die Bestandteil einer zum Gesamtgedeck zugehörigen Präsentation aus dem Jahr 2025 ist. Darin sind die in Frage kommenden Gebäude farblich markiert und damit visuell in fünf Bau-Epochen einsortiert.
Die Grafik ist leider wirklich nur in dieser miesen Qualität in der Präsentation verbaut aber ich denke, man sieht so halberwegs worum es geht. Und man erkennt,
daß das Ganze schon vor (sehr) längerem erstellt worden sein muß, denn manche Gebäude fehlen und andere gibt es mittlerweile schon nicht mehr. Und was die Korrektheit
der Einfärbungen betrifft, sieht mir das teilweise mehr nach Gefühl als nach Gewissheit aus.
Damit sich der Kreis schliesst, extrahiere ich zum Schluß einmal den Teil der (nördlichen) Kreuzstraße, den ich in der vorigen und diesen Woche am Wickel hatte. Daß ich damit noch nicht fertig bin spielt für die folgenden Anmerkungen keine maßgebliche Rolle.
Aber auch die Südseite der Kreuzstraße sieht mir verdächtig aus. "Wesenfeld" zum Beispiel. Neubau 1939 und damit hellblau.
Tja, was fangen wir nun mit diesen Informationen an? Ich fragte Anfang der Woche dazu einfach einmal im "Büro des Bürgermeisters" nach. Und? Keine Antwort ist auch eine Antwort.
Aber wer wird denn gleich? Ich habe doch gar nicht in den Raum gestellt, daß die Bewerbung möglicherweise, eventuell, unter Umständen auf tönernen Füßen
stehen könnte. Stattdessen wollte ich lediglich anregen, daß sich vielleicht mal jemand an verantwortlicher Stelle befleißigt und gewisse
Daten auf den aktuellen Stand der Forschung bringt. Das sollte meines Erachtens auch im Interesse der Instanz sein, die für die Steuerung
der Senftenberg-Chronik-Erstellung verantwortlich zeichnet. Oder hört und erzählt man sich dort lieber "Geschichten aus dem Paulaner-Garten"? |
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