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Auf ganz leisen Sohlen, ohne Fanfare, klammheimlich hat sie sich angeschlichen... Und urplötzlich stand sie vor uns... die

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Ein Tag zum feiern? Eher nicht. Für mich mehr ein Moment des stillen Innehaltens, des "Gas-rausnehmens". Denn meine Quellen sind mittlerweile
so trocken wie das Bett der Schwarzen Elster. Es wird definitiv keine 15 Jahre so weitergehen...
Deshalb Zeit für etwas Neues? Vielleicht! Ich bin am Überlegen. Nicht erst seit heute. Schon eine Weile. Was könnte ich
aus dem gehorteten Material produzieren? Nicht zum Geldverdienen. Diese Gelegenheit verspielte ich schon vor zwei Jahren,
als ich entsprechende Avancen der Stadtverwaltung ausschlug. Spätestens nachdem dieselben Stellen die Aufarbeitung der Stadtgeschichte
erfolgreich outgesourced haben, verspüre ich von dort auch kein großes Interesse mehr an meiner Arbeit. Groß war es ja ohnehin nie.
Insofern ist und bleibt der Löwenanteil dessen, was ich so tue, ausschließlich zu meiner eigenen Erbauung. Etwas, das wohl auch für die Idee,
mit der ich seit Monaten schwanger gehe, zutreffen würde.
Ich hatte es mehr als einmal erwähnt, daß ich mir eine Chronik der 1930er Jahre für Senftenberg und die angeschlossenen
Dörfer und Ortschaften ganz gut vorstellen könnte. Nicht weil ich darauf erpicht wäre, Hakenkreuze zu zeigen (was nicht ausbleiben würde), sondern
weil jenes Jahrzehnt einerseits sehr viele Entwicklungen und Baulichkeiten hervorbrachte, die bis in die Jetztzeit oder doch zumindest über viele Jahre
nachwirkten. Andererseits sind eben diese Entwicklungen auch noch vergleichsweise gut belegbar. Mit hochwertigem Bildmaterial und genügend
schriftlichen Hinterlassenschaften. Ein Pfund, mit dem sich ganz gut wuchern lässt. Um nur einmal ein paar Themen zu nennen, die mir
spontan dazu einfallen: Arbeitsamt, Goliathbahn, Tierpark, Umgestaltung Marktplatz, "Langer Herrmann", Thing-Platz auf der Raunoer Hochebene,
neue Schulen in Senftenberg (2 an der Zahl), Schule in Sedlitz, Volksbad in Grube Marga, Polenzhaus, Heimatmuseum,
umfangreiche Straßenbauarbeiten, "Arisierung" von jüdischen Geschäften, Dr. Reyersbach und und und.
Ich könnte selbst den Hintersatz und den Fiebiger einbauen. Von den 4 Bürgermeistern über 10 Jahre ganz zu schweigen. Vielleicht sogar die Jugendsünden
von Horst Mönnich.
Und das ist nur das, was ich gerade aus dem Gedächtnis rekapituliere. Alles in allem ein enormes Potential. Aber wie gesagt, mehrheitlich zu
meiner eigenen Genugtuung, angeheizt durch meinen Drang, mal irgendwas "fertig" zu machen. Etwas das einen definierten Anfang und ein definiertes
Ende hat. Und nur um zu sehen, ob ich das kann. Oder eben auch nicht.
Eine Chronologie vom 1. Januar 1930 bis zum 31. Dezember 1939, mit Wichtigem aber auch Trivialem. Gestaltet in der Optik jener Jahre. Vielleicht sogar
mehrheitlich im O-Ton dieser Zeit. Möglichst neutral und wertungsfrei, nicht belehrend sondern dokumentierend.
Dafür braucht es meiner Meinung nach auch nicht unbedingt einen Doktortitel in Geschichte. Eher jemanden, der sich durch die Archive und Sammlungen
wühlt, 1 und 1 zusammenzählen kann, regional nicht unbeleckt ist, kurzum: jemanden der ein gerüttet Maß an Leidenschaft für die Sache entwickelt.
Naja, selbst wenn ich so jemand wäre, dann habe ich noch nicht alles Material beisammen, das es dazu braucht. Ohnehin sind das alles erst einmal halbgare Ideen
und Machbarkeitsstudien. Und Zeit müsste man auch noch haben.

Naja egal erst einmal. Ich habe im Text oben vier Passagen fett gemacht und das nicht ohne Grund. Denn auf diese Themen möchte ich nachfolgend kurz eingehen.
Nicht ausufernd sondern sehr beschränkt denn meine Arbeitsweise hier bei www.gruss-aus-senftenberg.de bringt es leider notgedrungen mit sich, daß bestimmtes
Bildmaterial erst lange nachdem ich eine Sache thematisiert hatte, auftaucht. Da ich mich nicht wiederholen mag und das eine oder andere Thema eben auch nicht
das Potential hat, daß man darüber seitenlang schwadronieren könnte, hängen zuweilen ein paar Fotos in der Luft, die ich nicht ordentlich, also mit möglichst
viel Hintergrundinformationen, verarbeiten kann.
Deshalb heute mal "Senftenberger Allerlei aus den 1930ern"...
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