19.07.2026

Ich nehme aus gegebenem Anlaß noch einmal Bezug auf einige Aussagen der Vorwoche. Denn da konnte man ja vielleicht ein wenig Kritik an den mittlerweile etablierten technischen Möglichkeiten, deren teilweise hanebüchene bis hin zu - in meinen Augen: gefährliche - Verwendung derselben, sowie die Nutzung auf den Gebieten, die mich tangieren, herauslesen.
Aber es ist ja nicht alles schlecht!
Denn durch genau die dort u.a. erwähnten sozialen Medien wurde ich vor weniger als 10 Tagen auf eine Filmdokumentation aufmerksam gemacht, die ich ohne die entsprechenden Hinweise vielleicht nicht so schnell gefunden hätte. Diese Dokumentation ist für mich deshalb signifikant, weil sie eine ganze Reihe von Filmaufnahmen enthält, die ich entweder noch gar nicht kannte oder die in anderen Produktionen verwendet wurden ohne daß jeweils klar gemacht wurde, woher sie ursprünglich stammten.
Hinsichtlich letzterem kann ich also eine kleine persönliche Wissenslücke schließen. Mit den gelieferten Informationen nahm ich Kontakt zum Deutschen Rundfunkarchiv auf, das mir sogleich weiterführende Angaben lieferte und mir den Erwerb eines privaten "Mitschnitts" vermittelte. Vor drei Tagen trudelte der Streifen dann bei mir ein und ich machte mich sogleich an die Analyse des Materials.
Wie bereits in einem anderen Fall, ist es mir nicht erlaubt, den Film als solchen öffentlich aufzuführen, in meinem Fall also hier auf der Internetseite einzubinden. Das ist möglicherweise ein kleiner Wermutstropfen für die Besucher von www.gruss-aus-senftenberg.de, mir persönlich ist es aber mittlerweile wichtiger, nicht in irgendwelche juristischen Auseinandersetzungen zu geraten und das auch noch für einen vermutlich nur kurzfristigen Effekt.
Um jedoch meinen Ansprüchen gerecht zu werden, stelle ich die Produktion weiter unten wenigstens textlich und mit Hilfe von Standbildern, die ich für repräsentativ halte, vor. Es geht ja letztlich auch darum, Nachfolgenden eine Spur zu weisen und sie nicht ganz dumm sterben zu lassen.

Für den engeren Senftenberger Bereich besitzt die Dokumentation eine gewisse Aussagekraft, die auch schon von anderen erkannt worden ist. So finden wir Ausschnitte daraus in dem Promotionfilm "50 Jahre Senftenberger See", der anläßlich der 50. Wiederkehr der Eröffnung des Erholungsgebietes 2023 veröffentlicht wurde. Besagten Film kann man sich unter Neues 569 anschauen. Das ist ja nun auch schon wieder gut 3 Jahre her und es war damals teilweise meine erste Berührung mit dem historischen Filmmaterial, um das es nachfolgend geht. Die Ursprungsdokumentation "Landschaft nach der Kohle" wurde 1980 erstmals ausgestrahlt. Nicht alle darin verwendeten Aufnahmen stammen aus jenem Jahr. Vielleicht sogar gar keine! Das lässt sich nämlich nicht sicher nachweisen. Sicher ist, daß Archivmaterial - sowohl schwarz/weiss als auch in Farbe - aus dem Jahr 1973 hineingeschnitten wurde. Dabei ist das S/W-Material unzweifelhaft vom 1. Juni 1973, also den Eröffnungsfeierlichkeiten. Hierzu muß ich gestehen, daß ich bislang noch nicht an die Ursprungsquelle gelangt bin. Es handelt sich meines Erachtens nämlich um professionelle Aufnahmen, die möglicherweise in einer "Aktuellen Kamera" jener Tage eingesetzt wurden. Dumm nur, daß das Deutsche Rundfunkarchiv (und das verfügt eigentlich über sämtliche "AK's") keinen entsprechenden Verweis hierzu liefern kann. An der Stelle müsste ich ggf. noch einmal nachhaken, da ich die hier verwendeten Sekunden als unvollständig ansehe. Da ist z.B. eine Interview-Einstellung mit unserem damaligen Bürgermeister Flack, die mir viel zu kurz erscheint und mindestens auch eine Tonspur beinhalten sollte.
Die eingeschnittenen Farbaufnahmen stammen aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls aus dem Juni '73. Sie unterscheiden sich allein schon in der Farbtemperatur vom Hauptmaterial, welches größtenteils aus Aufnahmen aus einem Hubschrauber stammt, der damals (1980?, 1979?) den Großkoschener Strandbereich (einmal hin, einmal zurück), den Inselbereich sowie einen Teil der Senftenberger Innenstadt überflog.

Unter Strich bleibt festzuhalten: Mit Hilfe dieser Dokumentation erhalten wir knapp 3 Minuten Filmmaterial aus den 1970er Jahren, welches das engere Senftenberger Gebiet größtenteils von oben und in Farbe zeigt. Die S/W-Aufnahmen von den Eröffnungsfeierlichkeiten des Erholungsgebietes liegen hiermit in der bislang längsten Fassung vor. Wenn auch wahrscheinlich immer noch nicht vollständig.
Der Überflug Senftenbergs - und damit generell alle Luftaufnahmen bzgl. Senftenberg & Co. - könnte zukünftig ggf. besser datiert werden. Ich werde bei nächstbester Gelegenheit darauf zurückkommen.

Wer diese Aufnahmen gerne selbst einmal in Augenschein nehmen möchte, der kann sich entweder direkt an mich wenden oder selbst Kontakt zum Deutschen Rundfunkarchiv aufnehmen, wo man den gesamten Streifen für seinen privaten Bedarf und für 30 Euro kaufen kann. Die Archivnummer lautet 021233.

Nun hatten wir in der Vorwoche Standbilder, die man mittlerweile in einen Film verwandeln kann und in dieser Woche Filmaufnahmen, aus denen ich (aus Gründen) Standbilder extrahiert habe. Nicht erst seit heute mache ich mir Gedanken über die Verwendung echter und mittlerweile auch generierter Bewegtbilder in irgendwelchen "Chronik-Projekten" wie zum Beispiel der (darf ich das schon sagen?) "Dreesbach-Chronik". Bei den Arbeiten hierzu soll ja nicht nur die "große" sondern auch noch eine "kleine" abfallen. Das war einer der Pluspunkte, der Frau Dr. Dreesbach auf die Siegerstraße brachte. Hinsichtlich der Sinnhaftigkeit einer Chronik-"light" hatte ich ja schon früher sinniert und mein Urteil fiel da eher vernichtend aus. Meiner Meinung nach sollte man diese Idee nicht weiter verfolgen, denn man wird es mit der "großen" schon genügend schwer haben, diese an den Mann oder die Frau zu bringen. Im Zweifel wird der marginal Interessierte (also die Mehrzahl des Publikums) eher zur kostengünstigeren Variante als zur Premium-Edition greifen. Meine Vermutung.
Stattdessen sollte man vielleicht eine verfilmte Senftenberg-Chronik in Betracht ziehen. Mit eben jenen echten Filmaufnahmen, von denen man bestimmt noch einige bei diversen Hobbyfilmern einsammeln könnte (bei youtube findet man so manches) in Kombination mit Fotos (animiert oder nicht). Man muß es nämlich mal so sehen: Bücher sind irgendwie so 20. Jahrhundert. Heutzutage kann man jedoch die breite Masse gerade noch mit einem Filmchen ködern. Klimaneutral produziert (bei der Herstellung könnte ausschließlich Lausitzer Grünstrom zum Einsatz kommen), ressourcen- und platzschonend und vor allem: auf den aktuellen elektronischen Gadgets, die sowieso jeder stets und ständig vor der Nase hat, zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit abspielbar. Das wäre doch einmal eine Überlegung wert, oder?