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Das Faltblatt Senftenberg 77 (siehe rechts) führt neben weiteren statistischen
Informationen folgende Angaben auf, die zum Thema 7845 passen:
Unter der Überschrift Wohnungswirtschaft wird berichtet, daß im Rahmen des komplexen
Wohnungsbaues in der Zeit von 1970 - 1976 insgesamt 2600 Wohnungseinheiten fertiggestellt wurden.
Dabei entfielen allein 2135 WE auf den WK "Am See". Das Hochhaus WB 41 schlägt mit
129 WE, die im Jahre 1976 übergeben wurden, zu Buche.
Größeren Raum in der Berichterstattung nehmen die Abteilungen Gesundheits- und Sozialwesen
sowie Volksbildung ein, die meinen heutigen Bildausflug in die Mitte der 1970er flankieren.
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Jeweils 3 Kinderkrippen und -gärten von
den genannten 8 bzw. 13 Einrichtungen wurden
im Zuge des Wohngebietes "See" errichtet.
Dabei handelte es sich um sogenannte
"Kinderkombinationen", die Kinderkrippe und
Kindergarten unter einem Dach vereinten. Die
Bauweise dieser Einrichtungen war identisch:
Zwei 2-Geschosser, parallel angeordnet und
dabei leicht gegeneinander versetzt, die durch
einen Versorgungstrakt verbunden sind.
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Konkret handelte es sich um die Kinderkombinationen "Hilde Coppi" (1) (Namensverleihung im Oktober 1975), "Clara Zetkin" (2) und "Olga Benario Prestes" (3), die
meines Erachtens in genau dieser Reihenfolge gebaut und ihrer Bestimmung übergeben wurden.
Ausschnitt aus einem "Bebauungsplan WK am See - Neu" aus dem Juni 1971. Vieles davon wurde genau so realisiert, manches mit Abwandlungen, einiges entfiel gänzlich.
Standort und Ausformung der drei Kinderkombinationen entsprachen in der Realität obiger Planzeichnung.
Auf den oben gezeigten drei kleinformatigen Fotografien erhalten wir Eindrücke von der Kinderkombination "Clara Zetkin" aus Richtung der Usedomer Straße. Hinsichtlich
der Aufnahme, die von innerhalb des Areals oder zumindest "übern Zaun" entstand, fiel mir besonders das Planschbecken auf, an das ich mich nicht mehr einnern konnte.
Das Ganze schien eine etwas unorthodoxe Konstruktion (mehr so eine Art Wanne, die auf der Wiese stand) gewesen zu sein.
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Die Datierung sämtlicher Aufnahmen gestaltet sich einigermaßen schwierig. Daß ich
mich auf <= 1977 (wahrscheinlich Sommer 1977) festgelegt habe, resultiert aus dem Kontext
des Gesamtkonvoluts an Fotoabzügen, die mir aus dieser einen Quelle zur Verfügung gestellt
wurden. Außerdem auf Basis der Wuchshöhe des einen oder anderen Busches oder Bäumchens, die
sich mit der Farbaufnahme links überschneiden.
Diese Farbfotografie lässt sich ziemlich genau auf das Jahr 1976 fixieren. Und zwar - und
das schockierte mich etwas - anhand der Fensterdekoration... neben dem Symbol der SED
erkennt man hier das Logo des IX. Parteitags eben jener Partei, der Ende Mai 1976
stattfand. Die Indoktrination setzte damals also schon bei den 3- bis 6-jährigen an! Zum Teil offenbar
erfolgreich wenn ich heute Meinungsäußerungen so mancher Altersgenossen verfolge.

Nachdem unser Fotograf die "Clara Zetkin" besucht hatte, steuerte er seinen Schiguli - nicht wie zuvor von mir
verkündet: Polski Fiat - zur Kinderkombination "Olga Benario Prestes", die sich damals an der Ecke Hanseaten-/Kormoranstraße
befand und als einzige der drei Seegebiets-Kombinationen in dieser Form heute nicht mehr existiert.
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Wie geschrieben: die Kindereinrichtung gibt es heute nicht mehr. Sie fiel schon vor mehr als 20 Jahren der Abrißbirne zum Opfer. Heute befindet sich auf dem
Areal ein "Altenkindergarten" - die ASB-Begegnungsstätte "Lausitzer Seenland". Und auch an der Stelle des Wohnblocks im Hintergrund wächst mittlerweile
Gras. Die ehemaligen 5 Eingänge der Kormoranstraße wurden im Zuge des Stadtumbaus leergezogen, das Gebäude abgetragen. Übrig geblieben ist der "Durchgang" rechts,
der nun aber irgendwie verloren aussieht. Dabei entstanden offenbar 4 relativ große Wohnungen an der Ecke des Gebäudes (Hanseatenstraße 38). Diese, von hause aus schon
großen Wohnungen, erhielten einen zusätzlichen Raum, der ursprünglich zur Kormoranstraße 1 gehörte. Ich möchte trotzdem nicht dort wohnen.
Andere auch nicht. Schaut man sich das Streetviewbild auf Google Maps an, erkennt man, daß zum Zeitpunkt der Aufnahme im September 2023 zwei dieser Wohnungen unbewohnt waren.
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