|
Sie ging ziemlich unter, die Meldung über die Vertragsunterzeichnung zwischen Frau Dr. Dreesbach und der Stadt Senftenberg, die unser Bürgermeister während
der Stadtverordnetenversammlung am 25. März diesen Jahres inmitten seiner Berichte und Informationen des Bürgermeisters über öffentliche Angelegenheiten
präsentierte.
Immerhin enthielt die PowerPoint-Präsentation ein Foto des denkwürdigen Aktes (siehe oben). Frau Dr. Dreesbach und Andreas Pfeiffer halten (wahrscheinlich)
die erste Seite des ausgehandelten Vertrages in die Kamera. Ein Vertrag, der Frau Dreesbach neben jeder Menge Arbeit auch 155.000 € in die Kasse ihrer Agentur
spülen wird. Und uns in gut 2 Jahren eine, nach allen Regeln der Kunst verfasste und gestaltete, Senftenberg-Chronik ins Bücherregal.
Leider kann man den Vertragstext nicht erkennen. 
Und deshalb weiß ich auch nicht ob da dieser, vom AfD-Vertreter ins Spiel gebrachte Passus zur (Nicht-)Verwendung von KI, Widerhall findet oder nicht. Es entbehrt
ja nicht einer gewissen Komik, daß ein KI-Verbot gerade aus der Ecke gefordert wird, die nahezu alles, womit sie die sozialen Netzwerke fluten, durch Künstliche
Intelligenz erzeugen lassen. Aus diesem Grund ist mir auch unklar, welche Intention dahinter steckte. Vielleicht war es aber wieder einmal nur Wichtigtuerei.
Wobei ich ja sagen muß, daß diese KI gerade im Bereich Foto und Video eine regelrechte Pest ist. Sie ist mttlerweile so ausgereift, daß man täuschend echte Fotos
und sogar Filme generieren lassen kann. Man hat als Konsument mittlerweile arge Probleme Wahrheit von Fälschung zu unterscheiden.
Künstliche Intelligenz wird natürlich auch bei der Verbesserung von historischem Bildmaterial eingesetzt. Macht also meine oft stundenlange Arbeit am PC überflüssig.
Die Qualität der Ergebnisse überzeugt mich nicht immer, was unter Umständen von der Auswahl des jeweiligen Werkzeugs abhängt. Das eine Tool kann dies
besser, das andere das. Ich selbst habe mich bisher da überhaupt noch nicht hinein gearbeitet. Will ich, ehrlich gesagt, auch nicht (mehr). Manches was
mir da so über den Weg lief, war zwar oberflächlich ganz ansehnlich, in der Vergrößerung wuchs da aber schon hier und da mal ein Arm aus einem Kopf oder auf
Gruppenaufnahmen waren alle abgebildeten Personen plötzlich eineiige Zwillinge.

Als Anschauungsmaterial bzw. schlechtes Beispiel kann vielleicht folgender Vorher-Nachher-Vergleich herhalten, der aus dem Dunstkreis des Calauer Heimatvereins stammt:
Oben das "Original". Von Hause aus eine sehr schlechte, um nicht zu sagen "furchtbare", Kopie einer historischen Aufnahme:
Und unten die, durch Künstliche Intelligenz "verbesserte", Version:
Wie geschrieben: beim ersten flüchtigen Betrachten und wenn man das Original nicht kennt, gar nicht so schlecht. Schaut man genauer hin, erkennt man, daß einer
Person ein drittes Bein gewachsen ist, einer zweiten ein zusätzlicher Arm. Ein Kind verschwand und dafür tauchte ein Großvater auf. Und der Rest des Personals besteht
nur aus Geschwistern. Die Liste ließe sich fortsetzen.
Ich finde das nicht gut und insofern muß ich ausnahmsweise mal in dieselbe Kerbe hauen... Sowas möchte ich in der zukünftigen Senftenberg-Chronik nicht
sehen! Dann gibt es Ärger. Aber echt!

Davon abgesehen wäre auch die Qualität der oberen Version ein absolutes "no-go".
|
|
Da folge ich doch lieber dem Spruch "Handarbeit bleibt Handarbeit", setze mich 6
Stunden vor den Rechner und bereite ein altes Pappfoto von 1899 quasi "manuell"
auf.
Vielen wird die Aufnahme bekannt sein. Und das nicht erst seitdem ich vor
einigen Jahren zwei Ansichtskartenversionen davon vorstellte. Initial tauchte
das Foto 1992 auf Seite 75 des Buches "Alt-Senftenberg - Eine Bilderchronik" auf.
Das Buch wurde damals vom Senftenberger Museum herausgegeben und enthält größtenteils
Reproduktionen von Originalen (Fotos, Ansichtskarten), die sich zu diesem Zeitpunkt im
Bildarchiv des Museums befanden. Zwanzig Jahre später durchforstete ich dieses Archiv
und konnte dabei einen Teil der Aufnahmen für www.gruss-aus-senftenberg.de sichern.
Unter anderen auch diese Gruppenaufnahme vor dem Feuerwehrgebäude. Lediglich eine Handvoll der im
Buch verwendeten Abbildungen konnte ich nicht finden. Diese liessen sich jedoch teilweise
aus anderen Quellen beschaffen. Ein oder zwei wichtige Aufnahmen sind leider bis
heute "verschollen".

Doch zurück zum Feuerwehr-Motiv. Der Scan dümpelte wirklich sehr lange auf meiner Festplatte
herum und ich scheute mich aufgrund mannigfaltiger Beschädigungen bis vor kurzem das
Ding in Angriff zu nehmen. Vor zwei Wochen war dann aber der Tag gekommen und was soll ich
sagen? Die Restaurierung war gar nicht so schlimm wie befürchtet. Zwar machen Aufnahmen
mit Personen grundsätzlich mehr Scherereien aber in diesem Fall waren die Schäden doch beherrschbar.
Im Vergleich zu den Ansichtskartenversionen und der Reproduktion in o.g. Buch ist die Aufnahme
nun auch vollständig. Die Buchillustration schnitt links und rechts ein wenig ab. Die Ansichtskarte
reduzierte die Bildinformation um weitere Bereiche. Grundsätzlich nichts Weltbewegendes aber wenn
es der Vollständigkeit dient, gebe ich mir gerne Mühe, die beschädigten Bereiche zu reparieren.
Ohne KI wohlgemerkt, die sich bei solchen Gelegenheiten dafür ggf. irgendetwas ausdenkt.
|
Aufnahme <= 1899 Museen OSL
|