21.12.2025
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Nach 14 Jahren www.gruss-aus-senftenberg.de dürfte es sich herumgesprochen haben, daß ich einen ziemlichen Narren an korrekten Orts- und Zeitbestimmungen gefressen habe.
Das zieht sich von Anfang an wie ein roter Faden durch meine heimatgeschichtliche Arbeit. Neben der digitalen Optimierung der von mir erst einmal mühselig zusammengetragenen
Originalfotos stellt dies die zweite Säule meines ehrenamtlichen Engagements dar. Daß durch die von mir aufgetriebenen Fotos, Dias, Filme usw. usf. bestimmte historische Ereignisse
und Gegebenheiten besser bzw. überhaupt erst visuell untermauert/bewiesen werden können, stellt aus meiner Sicht einen nicht zu unterschätzenden Dienst dar. Daß das die wenigsten
interessiert bzw. geflissentlich ignoriert wird, steht auf einem anderen Blatt.
Ein Themenfeld, auf dem meine Verortungs- und Datierungskünste aber regelmäßig versagen, sind Ansichten aus dem Braunkohlenbergbau. Das ist nun aber auch wirklich kein Wunder, denn die
Motive, die man da geboten bekommt, zeigen allermeistens einen Geländeausschnitt, der 2 Wochen später schon wieder ganz anders aussah. Zudem fernab von jeglicher statischer
Infrastruktur, die einen Fixpunkt bieten könnte. Überdies noch 100 Jahre nachdem der Fotograf durch den jeweiligen Tagebau getingelt war.
Dieses Problem hatten aber andere auch früher schon. Wie ich unlängst einer Ausgabe des "Niederlausitzer Braunkohlenbergmanns" entnehmen konnte...
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Anno 1937 scheiterten die Fachleute vom Nachrichtenblatt des Niederlausitzer Braunkohlenbergbaues - eben jenes "Niederlausitzer Braunkohlenbergmanns" - an der Bestimmung
zweier Aufnahmen und man bat die Leserschaft um sachdienliche Hinweise. Wie das Rennen ausgegangen ist, konnte ich noch nicht ermitteln. Aber vielleicht findet sich ja heute jemand,
der das Rätsel lösen kann. Zuschriften bitte an die Schriftwaltung von www.gruss-aus-senftenberg.de. Zu gewinnen gibt es aber nichts!

So weit die Problemfälle von vor 90 Jahren und nun die von heute...
Bagger Nr. 6 in einem nicht näher spezifizierten Tagebau in der Gegend
von Senftenberg. Wenn man der Aufschrift trauen kann. Was ich aber
aufgrund des zuständigen Ansichtskartenproduzenten tue.
Irgendwas an der Szenerie sagt mir "Hörlitz - Vorschnittbagger in
Höhe des Dorfes". Vielleicht sind es die Bäume am rechten Bildrand, die
dem Baggerfortschritt in Kürze zum Opfer fallen werden? Oder die beiden
Schornsteinspitzen, die hinter der Kippe im Hintergrund hervorlugen und
die gut zu "Marga" passen könnten? Ich weiß es nicht.
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11 35 Photo-Atelier Ernst Wenzel, Senftenberg, Calauerstr. 13, Tel. 283 Aufnahme <= 1939 Sammlung Detlef Krumm
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Diesmal ist es die Startnummer 18, die uns entgegenleuchtet. Die Situation ist
der auf der vorherigen Ansichtskarte nicht unähnlich. Erneut ein Bagger
beim Abtragen des Abraums. Nur ist die Arbeitsebene jetzt deutlich tiefer
unter der Grasnarbe angelegt.
Denselben Bagger, in einer sehr ähnlichen Stellung, fand ich auf einer
Fotopostkarte, deren Zusatzinformation das Geschehen in einem Tagebau
nahe Anna-Mathilde verortet. Worauf diese Zuschreibung basiert, konnte
ich bislang nicht ermitteln. Möglicherweise spielten die Wohnhäuser im
Hintergrund dabei eine Rolle.
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Ilse-Wohlfahrtsgesellschaft m.b.H., Grube Ilse N./L. R 2992 Aufnahme <= 1930 Sammlung Detlef Krumm
Gibt es unter den Lesern jemanden, der sich noch mit Anna-Mathilde († 1988)
auskennt und vielleicht etwas wiedererkennt?
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Nicht ganz so diffus geht es auf dem letzten Motiv für heute zu. Anzumerken ist hierbei, daß wir sowohl über eine kommerzielle Ansichtskarte als auch über die zugrundeliegende
Originalfotografie verfügen. Letzteres ist für Tagebau-Ansichten schon sehr außergewöhnlich.
Photogr. u. Verl. von Herm. Meyer, Senftenberg N/L 09 901 Aufnahme <= 1910 Sammlung Detlef Krumm
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Die Fotografie ist der Ansichtskarte natürlich in allen Belangen überlegen. Bessere Qualität,
größerer Bildausschnitt. Das hilft aber auch nicht so recht weiter, wenn es darum geht wo genau
sich die Szenerie damals befand.
Ich habe einmal ein Messtischblatt aus dem Jahr 1910
zu Rate gezogen, da dieses am ehesten zum Zeitpunkt der
Aufnahme passt.
Ich bin mir fast sicher, daß die Aufnahme irgendwo dort
in dem rot markierten Bereich gemacht wurde. Mit Blick
gen Westen, wozu die zwei Schornsteine im Bildhintergrund
passen würden.
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Photographisches Atelier von Herm. Meyer Senftenberg N.L. Aufnahme <= 1910 Sammlung Detlef Krumm
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Die Nennung des Bergbau-Unternehmens Gebr. Reschke auf der Ansichtskarte, das dabei gleichzeitig mit Reppist in
Verbindung gebracht wird, unterstützt meine Annahme.
Für die Datierung der Aufnahme ist die Ansichtskarte meiner Meinung nach nicht so recht
zu gebrauchen. Sie wurde als Feldpost im 1. Weltkrieg aus Zarikowo (nahe Belgrad) verschickt.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Hermann Meyer aber längst seine Fotografen-Tätigkeit nebst Ansichtskartenverlag
in Senftenberg eingestellt. Die Postkarte muß also älteren Ursprungs gewesen sein. Wahrscheinlich war im Schützengraben
gerade nichts anderes zur Hand.
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Ein Blick auf den Kalender verrät: Weihnachten steht vor der Tür. Und das bedeutet für mich das Büchlein für 2025 zuzumachen. Nach 43 Neues-Seiten in
diesem Jahr gönne ich mir mal ein bisschen Weihnachtsfrieden. Und auch meinen Lesern... Keine bissigen Kommentare mehr bis 2026. Stattdessen wünsche
ich allen Besuchern, aber vor allem den wenigen Unterstützern von www.gruss-aus-senftenberg.de, ein friedliches und harmonisches Weihnachtsfest. Da ich
mich vor Neujahr auch nicht mehr zurückmelden werde, dehne ich meine guten Wünsche gleich noch auf den Jahreswechsel aus. Rutscht gut rüber!
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Ich sage mal voraus, daß es im nächsten Jahr in der
Senftenberger Heimatforschung einige Bewegung geben wird.
Ob immer wie gewünscht, wird man sehen. Auf jeden Fall wird
es spannend werden, sobald die neue Senftenberg-Chronik
Fahrt aufnimmt. Wie man so hört drehen die ersten "Ortskräfte"
deswegen schon durch.

Ich sehe das ja alles noch nicht in den Töpfen, in
denen das kochen soll, verfüge aber auch nur über begrenzte
Informationen. Deshalb wird mir bis auf weiteres nicht mehr
übrig bleiben, als das Geschehen von der Seitenlinie aus zu kommentieren.
Damit werde ich bestimmt genug zu tun bekommen.
P.S.
Da oben kurz einmal von der Zeitung "Der Niederlausitzer Braunkohlenbergmann"
die Rede war und vermutlich die allerwenigsten wissen, wie diese Publikation
aussah, zeige ich links die Titelseite der Weihnachtsausgabe (21. Dezember wie passend!) des
Jahres 1929.
Mir war übrigens vor kurzem das Glück hold und ich konnte mehrere Jahrgänge dieser
mittlerweile fast unmöglich zu findenden Zeitung in einem Archiv aufstöbern und
fotografisch dokumentieren.
Naja, wofür opfert man nicht alles sein Geld und seine Zeit?
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