27.09.2020

Ich habe einmal nachgeschaut... die allermeisten Ansichtskartenmotive, die ich heute vorstellen möchte, schiebe ich schon so ca. 8 Jahre vor mir her. Aber irgendwann schlägt halt die Stunde jür jeden.

Warum es so lange dauerte, ist relativ schnell erzählt bzw. lässt sich nachvollziehen, wenn man einen kurzen Blick auf die folgenden Exemplare wirft...

Senftenberg
Mühlbachs Postkarte: Verlag: Reinhard Rothe, Meißen
Nr. 991
R 1821
Aufnahme <= 1923
Sammlung Wolfgang Hoffmann
Senftenberg
Mühlbachs Postkarte: Verlag: Reinhard Rothe, Meißen
Nr. 992
R 1921
Aufnahme <= 1923
Sammlung Andreas Schild
Senftenberg
Mühlbachs Postkarte: Verlag: Reinhard Rothe, Meißen
Nr. 994
R 2121
Aufnahme <= 1923
Sammlung Andreas Schild
Senftenberg
Mühlbachs Postkarte: Verlag: Reinhard Rothe, Meißen
Nr. 995
R 2221
Aufnahme <= 1923
Sammlung Wolfgang Hoffmann
Senftenberg
Mühlbachs Postkarte: Verlag: Reinhard Rothe, Meißen
Nr. 996
R 2321
Aufnahme <= 1923
Sammlung Wolfgang Hoffmann
Senftenberg
Verlag: Ilse-Wohlfahrtsgesellschaft m.b.H.
Grube Ilse, N.-L.
R 21521
Aufnahme <= 1925
Sammlung Andreas Schild
Senftenberg
Verlag: Ilse-Wohlfahrtsgesellschaft m.b.H.
Grube Ilse, N.-L.
R 21221
Aufnahme <= 1925
Sammlung Fred Förster
Alle hier dargestellten Produktionen tragen die Bildunterschrift Tagebau im Senftenberger Kohlengebiet. Aber können wir da sicher sein? Es wird nämlich nicht einfacher, wenn ich feststellen muß, daß die Mehrzahl der Motive, wenn nicht sogar alle, auch mit der Bezeichnung Tagebau im Niederlausitzer Kohlengebiet veröffentlicht wurden, was ja per Definition viel weiter gefasst sein dürfte.
Die Details auf den jeweiligen Fotografien sind mehrheitlich auch zu unspezifisch, um sicher die Entscheidung treffen zu können - interessiert mich/interessiert mich nicht, weil nicht Senftenberg. Zwei der Stücke weisen zumindest noch ein wenig Umgegend in Form von Brikettfabrik(en) auf, die man ggf. mit ein wenig Sachkenntnis und detektivischem Gespür identifizieren könnte.
Letztlich ist es aber auch egal. Fakt ist, es sah damals rund um Senftenberg zumindest genauso aus. Leider läßt die Produktionsqualität durchweg sehr zu wünschen übrig. Der verwendete Karton ist sehr holzhaltig und die Stücke sind insgesamt über die Jahre in denen sie irgendwo gelegen haben, mehr oder weniger stark vergilbt. Wobei das schon teilweise ins rötliche umschlägt.
Das sind alles so Sachen, weshalb die vorliegenden Exemplare in meiner persönlich Rangliste ziemlich weit hinten rangieren. Aber nun habe ich es ja hinter mir. Wobei... wenn man sich die zugehörigen Daten anschaut, da fehlt mindestens noch die Nummer 993, die ich bislang noch nicht in der Hand hatte. Ich habe jedoch einen vagen Verdacht, welche Abbildung die noch fehlende ist. So sehr scharf bin ich darauf jedoch nicht. Da wären mir ein paar Exemplare von meiner Wunschliste schon sehr viel lieber.
Was die Stücke aus der "990er Serie" betrifft, bin ich mir auf der einen Seite ziemlich sicher, daß die meisten Motive ein- und denselben Tagebau zeigen. Vermutlich sehen wir auf 991 das Ende des Zuges, dessen Spitze wir auf 992 bewundern dürfen. Der Bagger auf 994 sieht dem auf Stück links unten auch sehr ähnlich. Diese Ansichtskarte ist zwar bei einem anderen Verlag erschienen, aber ich würde mich überhaupt nicht wundern, wenn das Ding auch bei "Mühlbachs Postkarten" verlegt wurde.
Einzig die beiden Aufnahmen von 995 und 996 lassen mich etwas ratlos zurück. Sie zeigen für mein Verständnis eine Abbaumethode mit Leiter und Hacke und purer Manneskraft, die in den 1920ern, in denen die Karten produziert wurden, eigentlich nicht mehr großartig praktiziert wurde.

Noch ein Hinweis in eigener Sache... es kann sein, daß es in den nächsten ein bis zwei Wochen von mir keine Aktivitäten an dieser Stelle geben wird.
Mir wurde unlängst ein sehr umfangreicher Fundus für mein Parallelprojekt Harun zugearbeitet, der nun vorrangig digitalisiert werden muß und dessen Veröffentlichung ich vorantreiben möchte. Da das Konvolut zu einem Gutteil aus Senftenberg-lastigem Material besteht, kann ich gleichzeitig schon ein wenig die Vorfreude bei den rein Senftenberg-Interessierten anheizen.