271 270 269 268 267 266 265 264 263 262 261 260 259 258 257 256 255 254 253 252 251 250 249 248 247 246 
245 244 243 242 241 240 239 238 237 236 235 234 233 232 231 230 229 228 227 226 225 224 223 222 221 220 219 218 217 216 215 214 213 212 211 
210 209 208 207 206 205 204 203 202 201 200 199 198 197 196 195 194 193 192 191 190 189 188 187 186 185 184 183 182 181 180 179 178 177 176 
175 174 173 172 171 170 169 168 167 166 165 164 163 162 161 160 159 158 157 156 155 154 153 152 151 150 149 148 147 146 145 144 143 142 141 

Älteres


Von Senftenberger "Gotteshäusern" haben wir hier ja schon eine ganze Menge Abbildungen angesammelt. Allen voran natürlich die evangelische "Deutsche Kirche", gefolgt von der Katholischen Kirche in ihren drei Inkarnationen. Auch die Wendische Kirche ist desöfteren (zumindest als Beigabe) auf Ansichtskarten vertreten. Selbst die schöne Evangelisch-Altlutherische Kirche in Jüttendorf finden wir hier und da.
Ein Gebäude mit religiösem Bezug nehmen wir aber erst heute in das Programm auf. Da ich erst in den letzten Monaten meinen Zeitrahmen auf die Nachkriegszeit ausgedehnt habe, ist es auch kein Wunder, daß die rechts stehende Abbildung erst jetzt kommt. Davon abgesehen kenne ich auch keine weitere historische Aufnahme der Kapelle der Siebenten-Tags-Adventisten in der heutigen Thälmann-, der früheren Augusta-Straße.
Der Bau selbst enstand binnen drei Monaten, zwischen August und Oktober 1950. In dieser Zeit wurde eine ehemalige Scheune gegenüber des Alten Friedhofs in die Adventkapelle umgebaut. Am 21. Oktober 1950 erfolgte die feierliche Einweihung. Seitdem dient das Haus als Mittelpunkt der kleinen Gemeinde.
Ob wir das Foto tatsächlich auf das bildseitig vermerkte 1950 festmachen können, ist etwas unsicher. Praktisch könnte die Aufnahme auch später entstanden sein und mit der festgehaltenen Jahreszahl wollte man weniger auf das Datum des Fotos als vielmehr auf das Entstehungsjahr der Adventkapelle hinweisen. Da ich keine präziseren Informationen habe, belasse ich es bei = 1950.
Die Geschichte der kleinen religiösen Gruppe in Senftenberg begann jedoch nicht erst mit der Errichtung dieser Kapelle. Vielmehr gibt es seit mehr als 100 Jahre eine Adventgemeinde in Senftenberg. Im Sommer 1914 fanden mehrere Vorträge in einem Zelt in der Laugkstraße statt, bei denen auswärtige Prediger versuchten, die Senftenberger Bevölkerung für die Überzeugungen und Grundsätze dieser religiösen Bewegung zu gewinnen.
Senftenberg
Emil Weissgärber
Photograph
Senftenberg N/L
Aufnahme = 1950
Sammlung Matthias Gleisner
(Schenkung R.Salow)
Senftenberger Anzeiger (1914)
Im Gefolge dieser Vorträge erschienen im Senftenberger Anzeiger zwei Leserbriefe. Einer pro, der andere nicht so...

Senftenberg, 3.Juli (Eingesandt.) Ein interessanter und lehrreicher Zeltvortrag fand gestern abends hier statt. In größter Runde und gespannter Aufmerksamkeit lauschte das Publikum den markigen Bekenntnissen eines echten Bibelgläubigen. Trotz der erfreulichen Errungenschaften der Wissenschaft könne eine rein verstandesgemäße Beurteilung der irdischen Dinge doch nicht das Geheimnis der Entstehung derselben lösen und wahre und befriedigende Erkenntnis geben, was alle namhaften Gelehrten aufrichtig bekannt hätten. Der Glaube alleine eröffne uns das, was dem Verstande unfaßbar ist; daher wären die tiefsten Denker und größten Wohltäter der Menschheit auch Bibelgläubige gewesen. Aus den Beweisen des Redners über die Göttlichkeit der Bibel seien hervorgehoben die Reinheit ihrer Lehre, die Harmonie der Gegensätze (oder scheinbaren Widersprüche), die lebendige Kraft und weite Ausbreitung derselben in etwa 500 Sprachen, besonders aber die Prophezeihung und ihre Erfüllung, die an dem Judenvolke hervorgehoben wurden. Die exakten Lichtbilder trugen viel zur Vertiefung und Belehrung des Gehörten bei. Senftenberg, 22.Juli (Eingesandt.) Es dürfte manchem Leser dienen, welche Bewandtnis es hat mit der "Zeltmission". Diese Zeltmission geht aus von den Adventisten oder auch Sabbatisten genannt. Es wäre angezeigt gewesen, daß sie bei ihren Versammlungsanzeigen dies beigefügt hätten. Die Adventisten betonen in ihrer Lehre, daß man den Sabbat halten müsse. Sie greifen aus dem Zusammenhang des Wortes Gottes ein Gebot heraus und stellen dieses als Gesetz auf. Wir brauchen keinen Sabbat, wir haben den Sonntag. Darum gilt: "Prüfet die Geister."

Senftenberger Anzeiger (1914)
Bereits am 1.April 1915 ließen sich die ersten drei Menschen aus Senftenberg taufen. Gemeinsam mit anderen, die vorher zur Gemeinde in Cottbus gehörten, gründeten sie noch an diesem Tage die "Adventgemeinde Senftenberg".
Anfangs versammelte man sich in Kleinkoschen. Bald darauf mietete die Gemeinde in der Senftenberger Bahnhofstraße 26 einen Raum für 30 Personen. In der Zeit des 1. Weltkriegs und der Inflation erlebte die Gemeinde ein stetiges Wachstum: 1920 gab es bereits 52 Adventisten.
Am 28.11.1924 konnte in der Paulinenstraße 5 ein neuer Versammlungsraum eingeweiht werden, in welchem bis 1945 Gottesdienste abgehalten wurden. In den letzten Tages des 2. Weltkrieges wurde das Gebäude jedoch durch Granatbeschuß zerstört. Daraufhin mussten sich die Senftenberger Adventisten in Gaststätten oder Wohnungen versammeln. Diese Zeit ohne feste Heimstatt ging erst mit dem Bau der Adventkapelle in der Thälmann-Straße vorbei.

 

140 139 138 137 136 135 134 133 132 131 130 129 128 127 126 125 124 123 122 121 120 119 118 117 116 115 114 113 112 111 110 109 108 107 106 
105 104 103 102 101 100 099 098 097 096 095 094 093 092 091 090 089 088 087 086 085 084 083 082 081 080 079 078 077 076 075 074 073 072 071 
070 069 068 067 066 065 064 063 062 061 060 059 058 057 056 055 054 053 052 051 050 049 048 047 046 045 044 043 042 041 040 039 038 037 036 
035 034 033 032 031 030 029 028 027 026 025 024 023 022 021 020 019 018 017 016 015 014 013 012 011 010 009 008 007 006 005 004 003 002 001 

Älteres